Sally Perel, der „Hitlerjunge Salomon“, zu Gast am Reuchlin

perel3Im Frühsommer 1941 steht der sechzehnjährige Sally Perel in einem Wald bei Minsk einem Wehrmachtssoldaten gegenüber; „wie festgenagelt“. Angst und Anspannung lähmen ihn, nur wenig entfernt hört man die Schüsse der Einsatzgruppen, die alle Juden, die den Deutschen in die Hände fallen, sofort ermorden. In diesem Moment erinnert sich der jüdische Sally an den Abschied von seiner Mutter: „Sally, geh!“ Du sollst leben.“ Josef Perjell sei er, vermeldet er dem Soldaten, ein Volksdeutscher. Das Wunder geschieht, man glaubt ihm.
Gebannt verfolgen die Schülerinnen und Schüler der Q11 am 30. November der Schilderung des heute 92-jährigen Sally Perel. Sie sind so alt, wie er es damals war. Und sie erfahren aus erster Hand die existenzielle Bedrohung des jüdischen Jungen, die der inzwischen alte Herr lebhaft vergegenwärtigen kann. Genauso wie sein Dilemma, das entsteht, als „Jupp“ erst als Dolmetscher zur Wehrmacht und dann in ein Internat der Hitlerjugend nach Braunschweig gerät. Dort kann sich nicht mal er dem „tröpfelnden Gift“ der Nazi-Ideologie ganz entziehen, so erzählt er. Doch ständig quält ihn auch die Angst, seiner Beschneidung wegen als Jude enttarnt zu werden. Die Sehnsucht nach seinen Eltern treibt ihn Weihnachten 1943 nach Lodz, wo er sie im Ghetto zu finden hofft. Ausgehungerte Gestalten und gefrorene Leichen erspäht er durch den Zaun. Mutter, Vater und seine Schwester sieht er nie wieder, sie wurden Opfer des mörderischen NS-Rassismus.
Sally Perel, der heute in Israel lebt, kann eine ganz besondere Geschichte erzählen: die vom unbedingten Recht auf das Leben; und damit die der moralischen Pflicht, eine Wiederholung der Geschichte mit aller Macht zu verhindern. Für den bewegenden Vortrag danken die Zuhörerinnen und Zuhörer des Reuchlin Sally Perel und wünschen ihm שלום (Schalom).


 

Vorlesewettbewerb2017Mit Spannung erwarteten die Sechstklässler den diesjährigen Schulentscheid im Vorlesewettbewerb. „Wer wird die Nase beim Vorlesen vorne haben? Hoffentlich gewinnt der Vorleser aus meiner Klasse!“ Solche und ähnliche Gedanken schwirrten den Schülerinnen und Schülern durch den Kopf, als sie auf den Stühlen in der Pausenhalle Platz nahmen.
In der ersten Runde lasen die jeweils zwei Klassenbesten einen selbst gewählten Text vor. Nach dieser Runde war es noch schwierig, einen klaren Favoriten zu erkennen, denn alle hatten ihren Text gut vorbereitet und konnten das Publikum für sich einnehmen. Für die zweite Runde hatte die Jury – passend zum Dezemberbeginn – das Buch „Das Weihnachtsgeheimnis“ von Jostein Gaarder als unbekannten Text ausgewählt. Nach dieser Runde standen die Sieger eindeutig fest:
Clara Schirmböck aus der 6d überzeugte die Jury voll und ganz und ist die Schulsiegerin. Sie wird deshalb unsere Schule beim Stadtwettbewerb vertreten.
Carina von Dahl (6d) und Lina Bidlingmaier (6e) belegten den zweiten beziehungsweise den dritten Platz.
Alle drei Siegerinnen erhielten als Anerkennung einen Büchergutschein. Wir gratulieren ganz herzlich und wünschen allen Schülerinnen und Schülern weiterhin viel Spaß beim (Vor)lesen!


Sonja Schranner


 

Halloween1Halloween2Hoch her ging es bei der Halloween-Party, die Schüler und Schülerinnen der Q11 für die Unterstufe organisierten. Über 150 zum Teil Grauen erweckende Gestalten tanzten, spielten, speisten in der Pausenhalle und unternahmen eine Rallye durch die „Katakomben“ des Reuchlin-Gymnasiums. Die Tore zu diesen finsteren Verliesen werden nur an Halloween geöffnet! Der Höhepunkt war aber wie jedes Jahr die Prämierung des besten Kostüms. Die stolze Siegerin ist hier zu bewundern.
P.S. Im normalen Leben sieht sie ganz anders aus.


 

Orgelführung in der St. Anton Kirche Ingolstadt


Am 11. Oktober haben wir, die Klasse 7d, die „Mathis Orgel“ in der Kirche St. Anton besucht. Dort erzählten uns Bernhard und Matthias Wittmann viel Interessantes über die Orgel. Der Name „Mathis Orgel" kommt daher, weil sie von der Firma Mathis in der Schweiz gebaut wurde. Diese ist eine der besten Firmen, und hat sogar die Orgel der sixtinischen Kapelle im Vatikan gebaut. Die Orgel ist ein Tasteninstrument. Die Anton-Orgel besitzt 2 Klaviaturen, ist 7,30 Meter breit, 2,75 Meter tief, 7,62 Meter hoch und wiegt ca. 10,2 Tonnen. Sie besitzt 2277 Pfeifen, die in 36 Registern mit verschiedenen Namen wie "Oktave", "Gedackt", "Spitzflöte", "Gambe" oder "Trompete" untergebracht sind. Da sich in St. Anton links mehr Register als rechts befinden, würde es komisch aussehen. Daher hatten die Orgelbauer die Idee rechts weitere "falsche" Registern als ausziehbare Schubladen zu machen. Darin verstecken sich zum Beispiel ein Bleistift, ein Radiergummi, und ein Spitzer. Ein weiterer Gag: Auf diesen Registerzügen stehen die Namen der Sachen, die sich darin befinden, auf Latein. Matthias ist sogar für uns ins Innere der Orgel gegangen und filmte dabei. So sahen wir, wie man beim Schwellwerk durch das Schließen von Holzjalousien den Ton dämpfen kann. Beim Orgelspielen ist viel Konzentration und Geschicklichkeit gefordert, da man nicht nur flinke Hände, sondern auch schnelle Füße braucht. Das ist gar nicht so einfach wie es aussieht. Oft müssen die Organisten auch Improvisieren. Es gibt auch mehrere so genannte Monitore. Auf einem zum Beispiel erscheint ein Video des Kircheninnenraums, damit der Organist genau weiß, wann der Pfarrer kommt und dementsprechend zu spielen anfangen kann.

Wir hatten ein sehr schönen Tag, deshalb möchten wir uns bei Herrn Wittmann und seinem Sohn herzlich bedanken, weil sie sich für uns Zeit genommen haben.

Sandra Templer & Elena Müller (7d)

 


 

huml

Eine ganz besondere Unterrichtsstunde erlebten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10a. Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml stellte eine neue App zum Hörschutz vor. „Earaction“ kann genutzt werden, um Lautstärken zu messen und die Auswirkungen auf das Gehör zu testen. Als Ärztin appellierte sie fachkundig an die Schülerinnen und Schüler, auf ihr Gehör zu achten.
Interessante Einblicke in die physikalischen Hintergründe erklärte der Entwickler der App, Prof. Bernhard Kurz von der Hochschule München, äußerst anschaulich.
Auf den schuleigenen I-Pads wurde die App einem Praxistest unterworfen, indem die Lautstärken von Klavier, Trompete, E-Gitarre und Schlagzeug „gemessen“ wurden.
Die Gesundheitsministerin zeigte viel Verständnis für die Jugendlichen: „Manchmal braucht man Musik auch laut, aber ein Dauerzustand sollte es nicht sein.“


 

Ein besonderes Ferienerlebnis war für 35 Schülerinnen und Schüler des Reuchlin-Gymnasiums die Einladung zum AUDI-Cup 2017. Sie erlebten spannende Spiele zwischen dem FC Bayern München, Atletico Madrid, FC Liverpool und SSC Neapel. Aber fast wichtiger noch: Die Spieler konnten sie aus nächster Nähe erleben, weil die Schüler nach dreitägigem Training die jeweilige Eröffnungszeremonie zusammen mit Auszubildenden von AUDI gestalten durften.

AudiCup2


 

KZ Dachau„Arbeit macht frei“. Diesen oder andere provokante Sprüche kann man auf den Toren der Konzentrationslager lesen. Ein kalter Schauer der Erinnerungen lief uns über den Rücken, als wir, die Klassen der 9. Jahrgangsstufe, das Tor zum Innenareal des Konzentrationslagers Dachau durchquerten.
Dachau. Das Musterlager für viele Konzentrationslager, an denen ein unvorstellbares Ausmaß an Schrecken und Leid an der Tagesordnung stand. Dachau wurde am 22. März 1933 eröffnet und war fortan ein sogenanntes „Arbeiterlager“ für politische Gegner, Zeugen Jehovas, Homosexuelle und Sinti und Roma (= „Zigeuner“).
Nach dem Durchschreiten des Jourhaus (Eingangsbereich des KZs) erreichten wir den Appellplatz, das Zentrum des Arbeiterlagers, auf dem die Gefangenen bis zu 20 Stunden stehen mussten, ohne sich rühren zu dürfen. Danach besuchten wir die zwei nachgebauten Baracken. Insgesamt gab es im Lager 34 mit einem geplanten Fassungsvermögen von je 56 Betten, am Ende waren es bis zu 3.000 Personen, die sich eine Baracke teilen mussten. Lebensbedingungen waren hier unter dem niedrigsten Standard, kaum Nahrung, unhygienische Zustände und man wurde oft für Kleinigkeiten hart bestraft oder auf der Stelle erschossen.
Unser Weg führte uns nun über die Lagerstraße zum Krematorium. Vor der Einäscherung wurde die Kleidung der Leichen entfernt, gereinigt und an neue Häftlinge weitergegeben. Die danebenliegende, nur für Testzwecke errichtete Gaskammer hingegen wurde nie in Betrieb genommen. Am Ende der Führung sollten wir uns das Wort „frei“ mitnehmen, um uns bewusst zu machen, wie wichtig Freiheit für die Menschheit ist und dass Freiheit nicht selbstverständlich ist. Außerdem sollten wir alle bedrückenden Gedanken an diesem Ort lassen. Insgesamt war es eine Fahrt, die zum Denken anregte und die das Ausmaß dieses Schreckens ein bisschen besser veranschaulichen konnte.

Aron Gabriel, Anna-Maria Repper, Markus Schuster


 

Schreibwettbewerb2017

Im Rahmen der 24. Ingolstädter Literaturtage waren Schülerinnen und Schüler wieder eingeladen, Geschichten zu schreiben – in diesem Jahr unter dem Motto Zu Lande, zu Wasser und in der Luft – Über 100 Jahre unbegrenztes Reisen.
Wir gratulieren herzlich Isabelle Mamikonian, Klasse 6b, zum 1. Preis in ihrer Altersklasse und Margherita Ragucci, Klasse 10d, zu einem Sonderpreis der Jury. Margheritas Geschichte Und die Zeit steht still findet sich hier zum Nachlesen.


 

2017 05Ungarnfahrt Gruppenfoto Szeged


60 Schüler des Reuchlin-Gymnasiums zu Besuch bei unserer Partnerschule in Dunaújváros

Auch dieses Jahr können wir in unserem Schulleben wieder eines der größten Highlights verzeichnen: Dank unseres regen Austauschs mit der Móricz Zsigmond Iskola im ungarischen Dunaújváros durften dort wieder über 60 Schülerinnen und Schüler zusammen mit den 3 Musiklehrern eine wunderbare Woche bei strahlendem Sonnenschein genießen. Doch es stand nicht nur Entspannung und Sightseeing auf dem Programm: An drei Abenden gaben die verschiedensten musikalischen Gruppen, darunter das Orchester, die BigBand, sowie die Jazz Combos, bei den Schulkonzerten ihre zuvor lang und präzise einstudierten Stücke zum Besten. Höhepunkte dabei waren der Auftritt der Volkstanzgruppe, die mit ihrem mexikanischen Walzer das Publikum begeisterte, sowie das große gemeinsame Stück mit einem ungarisch-bayrischen Chor und unserer BigBand unter der Leitung von Herrn Aichner: Call me maybe von Carly Rae Jepsen war definitiv das Highlight eines jeden Konzertabends und veranlasste alle Zuschauer zu tosendem Applaus.
Genaueres zu unserer Ungarnkonzertreise auch im Jahresbericht am Ende des Schuljahres.