Schluss mit lustig
Das Phänomen Horrorclowns

Coulrophobie – darunter versteht man die krankhafte Angst vor Clowns. Und Nachrichten um ebendiese Gestalten machten Mitte Oktober in allen Medien die Runde. Die Rede war dabei immer wieder von sogenannten „Killerclowns“ oder „Horrorclowns“, als Clowns verkleidete Menschen, die es sich zum Vorsatz gemacht haben, andere zu erschrecken und ihnen Angst einzuflößen. Oft wurden die belästigten Passanten auch bedroht, mit Waffen oder verbal. Ursprünglich stammt dieser bedenkliche Trend aus den USA und verbreitete sich in den letzten Monaten über die sozialen Netzwerke und Youtube. Coulrophobie
Die Anzahl der bundesweit gemeldeten Fälle stieg in den Tagen um Halloween rapide an, doch mittlerweile scheint diese Trendwelle wieder etwas abgeebbt zu sein.
Meist näherten sich die Killerclowns in der Dunkelheit nichtsahnenden Passanten oder lauerten Spaziergängern an Feldwegen oder in Stadtparks auf.
Der Trend der Horrorclowns hat einen psychologischen Effekt ausgenutzt, der im Menschen verankert ist und der auch der oben genannten Phobie zugrunde liegt: Die Angst vor dem Unbekannten. Durch die stark geschminkten Gesichter ist die Mimik nicht mehr erkennbar, was in Kombination mit dem Verhalten, das dem gängigen Sozialverhalten widerspricht, Unbehagen auslöst. Durch Assoziationen mit „bösen“ Clown-Charakteren aus Filmen und Büchern ist das Bild, das Menschen von Clowns haben, von vorneherein negativ geprägt und wirkt in Kombination mit zuvor genannten psychologischen Effekten noch bedrohlicher.
Deshalb kann man das Auftreten der Killerclowns als perfide bezeichnen, da hier auf dreisteste Art und Weise natürliche menschliche Reflexe und Einstellungen ausgenutzt wurden, um anderen Furcht einzuflößen.
Momentan sind jene Gestalten wieder von der Bildfläche verschwunden und man hofft, dass sie nicht wieder auftauchen, denn bei mutwilligem Verletzten und Schädigen anderer Menschen hört der Spaß auf, ist Schluss mit lustig!


von Margherita Ragucci