„Trick or treat!“ - Wenn an Halloween die Geister wandeln

Jedes Jahr fiebern Kinder weltweit auf diesen einen letzten Tag im Oktober hin: Halloween! Dann heißt es wieder als Gruselgestalten verkleiden, Kürbisse aushöhlen und jede Menge Süßigkeiten bei den Nachbarn einheimsen.
So gut wie jeder kennt den alljährlichen Brauch als kleine Spinnerei der Amerikaner, doch ursprünglich stammt er aus Irland. Dort feierten die keltischen Iren den Anfang des keltischen Jahres und zogen schaurige Kostüme an, um böse Geister zu vertreiben.
1840 wanderten dann einzelne Iren mit diesem Brauch im Gepäck nach Amerika aus und 1990 schwappte es als „Halloween“ zu uns nach Europa hinüber.
Auch dass wir von Haus zu Haus gehen und Süßes von den Leuten verlangen, hat einen historischen Hintergrund. Früher gingen am 2. November Christen von Dorf zu Dorf, um das sogenannte „Seelenbrot“, eine Art gesüßtes Brot, als Spende zu bekommen. Jedes Mal wenn sie eines dieser Gebäcke erhielten, sprachen sie ein Gebet zur Segnung des Hauses. Heutzutage wandeln die Kinder in Hexen-, Geister-, Toten- oder ähnlichen Kostümen umher und erschrecken die Nachbarschaft mit der Aussage: „Süßes, sonst gibt´s Saures!“, um Süßigkeiten oder Geld zu erhalten.
Aber wie wird Halloween heutzutage in Nordamerika zelebriert? Traditionell ist es Brauch, an Halloween nicht nur Süßigkeiten, sondern auch Spenden für wohltätige Zwecke zu sammeln. Schon Wochen vor Halloween werden dafür Häuser, Gärten und Schaufenster geschmückt und massenhaft Grußkarten an Familie und Freunde verschickt.
Dann werden oftmals viele Bücher- (z.B. für Kuchenrezepte) und Dekorationseinkäufe (z.B. Geisterpuppen) erledigt und natürlich auch viele Kürbisse besorgt, ein Verweis auf die Jack-O‘Lantern-Sage.
Diese Legende besagt, dass ein geiziger Mann namens Jack Oldfield eines Tages den Teufel überlistete und ihn erst dann freilassen wollte, wenn er ihm niemals wiederbegegnen würde. Nach Jacks Tod konnte er wegen seiner Taten weder in den Himmel aber natürlich auch nicht in die Hölle. So gab ihm der Teufel gnädigerweise eine Rübe und eine Kerze, damit er in der Dunkelheit zwischen Himmel und Hölle wandeln konnte. Da in Amerika im Herbst große Mengen Kürbisfrüchte zur Verfügung stehen, höhlt man seitdem Kürbisse aus und schnitzt Grimassen hinein.
Jedoch sagen die Kinder und Jugendlichen in den USA nicht „Süßes oder Saures“, sondern „Trick or treat, smell my feet, give me something good to eat!“, was soviel heißt wie „Streich oder Leckeres, riech an meinen Füßen, gib mir etwas Gutes zu essen!“
Im Grunde besteht der Brauch also darin, die Nachbarn aufzufordern, den Kindern Süßigkeiten zu spenden, weil sie ihnen sonst Streiche spielen.
Wie findet ihr denn Halloween? Also, ich freue mich, wenn in neun Monaten wieder Zombies, Skelette und Geister in der Nachbarschaft ihr Unwesen treiben.

von Débora Ziel