Hollywood - Die Traumfabrik in der Stadt der Engel

Hollywood ist eigentlich nur der Name eines Stadtteils von Los Angeles, was übersetzt aus dem Spanischen „Stadt der Engel“ bedeutet, der aber von jedem direkt mit der populärsten Filmindustrie der Welt verbunden wird.
Bei dem Wort „Hollywood“ denkt heute jeder automatisch an Los Angeles, doch der Beginn der Geschichte der amerikanischen Filmindustrie liegt eigentlich in New York, wo sich 1912 die Filmgesellschaften „Biograph“ und „Edison“ mit anderen bedeutenden Unternehmen der damaligen Filmindustrie unter einem Dach verbanden. Nach einigen Jahren guter Zusammenarbeit gingen einzelne unabhängige Produzenten in den damals noch unbekannten Vorort Hollywood von Los Angeles. Dort bauten sie sich ihr eigenes Unternehmen auf und hatten nach kurzer Zeit auch schon erste Erfolge zu verzeichnen.
Die Filmproduktion in den „Hollywood Hills“ brachte einige Vorteile mit sich, z.B. die guten Temperaturen das ganze Jahr über, wodurch Filme zu jeder Zeit auch draußen gedreht werden konnten. Durch viele Arbeitskräfte und billiges Bauland, auf dem sich die Firma immer weiter entwickelte, gab es die Möglichkeit in jedem Studio pro Woche einen Film auf den Markt zu bringen.
Hollywood1Als die Gerichte 1915 dann auch noch die immer noch in New York sitzende „Motion Picture Patents Company“ für illegal erklärten, konnten die Unabhängigen in Los Angeles einen riesen Durchbruch erleben. Kurz darauf wurden dann auch schon die heutzutage immer noch bekannten Filmstudios wie „Paramount“ und „20th Century Fox“ gegründet.
Das beste Jahr bis dato mit vielen erfolgreichen Filmen war das Jahr 1939. In dieser Zeit waren in den Hollywood-Studios 177.420 Mitarbeiter beschäftigt, von denen natürlich nicht alle Schauspieler waren, und es wurden 338 Filme (!) auf den Markt gebracht. Von diesen Filmen waren die meisten zwar Kassenschlager, jedoch gab es auch viele Flops, nach denen die Schauspieler nie wieder tätig werden konnten.
Aber auch für die Unternehmer gab es so manche Sorgen, z.B. durch Filme, bei denen für die Dreharbeiten mehr Geld ausgegeben als danach wieder eingenommen wurde. Oder die Schauspieler verdienten mit Preisen wie dem „Oscar“, die sie für ihre Rolle in beliebten Filmen bekamen, mehr Geld, als die Studios ihnen dafür gaben.
Als eines der erfolgreichsten Hollywood-Jahrzehnte gelten die 1980er: Zu dieser Zeit waren Western, Abenteuerfilme wie z.B. „Indiana Jones“ und dessen Sequels, und die Mafia-Filmreihe „Der Pate“ sehr beliebt.
Doch ist diese berühmte Filmproduktionsstätte, wirklich ein Traum, wie vor allem junge Mädchen denken? Wahrscheinlich hat der größere Teil von uns Jugendlichen ein ganz falsches Bild von dieser vermeintlichen Glamourwelt. Denn von allen 300.000 Schauspielern, die zurzeit in Hollywood leben und arbeiten, sind nur 5% wirklich in Filmrollen zu sehen, spielen also aktiv. Alle anderen müssen sich mit Kellner- und Taxifahrerjobs durchschlagen, sind Künstler oder Fotografen. Und ist es wirklich ein Traum, die zu bedienen, an deren Stelle man selbst gerne wäre? Oder ist eher der Teil von Hollywood ein Traum, in dem man Urlaub machen kann? Vielleicht ist ja die Sicht von den „Hollywood Hills“ aus über die Traumfabrik ja der eigentliche Traum von Hollywood?
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von Kathrin Borris