Erfolgreich im IT-Mekka: Das Silicon Valley 

Heute sitzen in dem über 2000 km² großen Gebiet, das wir Silicon Valley nennen (engl. für „Silicium-Tal“, da dieses zur Herstellung vieler elektronischer Bauteile benötigt wird), weltbekannte Unternehmen wie zum Beispiel Apple, Google, Facebook und Amazon. Das Silicon Valley liegt in Kalifornien im südlichen Teil der San Francisco Bay Area.
Doch auch das Technologie-Mekka fing einmal klein an: Alles begann 1951, als Frederick Terman, Dekan an der Stanford University, meinte, dass die großen ungenutzten Flächen Land, die der Universität gehören, perfekt für die Ansiedlung von Unternehmen geeignet seien. Daher rief er ein Programm ins Leben, das Studenten Kapital zur Verfügung stellte, und sie so ermutigte, in der Region zu bleiben, denn Terman hatte bereits 1939 zwei Studenten geholfen, eine Elektronikfirma zu gründen. Schon im Jahr 1952 wurde das Programm erweitert: Eine Anzahl kleiner Industriegebäude wurde zu sehr geringen Kosten an Technologieunternehmen vermietet. Trotz der strengen Bauvorschriften, die unter anderem besagten, dass alles sauber wirken solle, da das Industriegebiet direkt neben der Universität liegt, war das Gelände bald gut bebaut, sodass sich neue Elektronikunternehmen entlang des Freeway 101 ansiedelten. Hiermit war der Grundstein für das Silicon Valley gelegt. Mit der Verbreitung der Computertechnik seit den 1960er und 1970er Jahren siedelten sich im Silicon Valley zunehmend Unternehmen der IT- und High-Tech-Branche an.
ViewSiliconValleyFür viele ist es wegen der guten Arbeitsbedingungen ein Traum dort zu arbeiten, doch so viel Industrie hat auch ihre dunklen Seiten. So produzierte die erste Generation der Unternehmen im Silicon Valley vor Ort elektronische Bauteile, deren Herstellung mit großen Umweltrisiken verbunden ist. Insbesondere die Produktion von Leiterplatten, einem essentiellen Bauteil für elektronische Geräte, erfordert den Umgang mit gewaltigen Mengen an ätzenden Materialien und Flüssigkeiten sowie besonders aggressiven Lösungsmitteln. Wegen der strengen Bauvorschriften lagen diese Tanks unter der Erde. 1981 fiel jedoch auf, dass die Tanks von Fairchild Semiconductor und IBM seit Jahrzehnten undicht waren, und Boden und Trinkwasser mit hochgiftigen Chemikalien verseuchten. Weitere Untersuchungen ergaben, dass auch bei Advanced Micro Devices und anderen Unternehmen ähnliche Belastungen vorliegen. Bis 2004 wurde ermittelt, dass 75 von 96 Tanks, deren Firmen zum Teil nicht mehr existieren, im Erdboden verblieben waren, leckten und die Umwelt gefährdeten. Daraufhin erklärte die Environmental Protection Agency die Standorte zu Gefahrengebieten und nahm sie in die Liste der mit größtem Vorrang zu sanierenden Altlasten auf. Die Technologiekonzerne sanierten die Grundstücke zum Teil in Eigenregie unter Überwachung durch die Umweltbehörde EPA und investieren erhebliche Summen. 2013 wurde die Gefahr der Grundwassergefährdung aufgehoben, doch die Böden müssen weiterhin saniert werden. Einige betroffene Unternehmen entwickelten jedoch neue Methoden für die Sanierung von Böden und Grundwasser, die inzwischen auch in anderen Regionen eingesetzt werden.
Auch immer mehr Deutsche finden ihren Weg ins Valley. Sie arbeiten dort meist als Ingenieure oder gründen ihre eigenen Start-ups.
So erweisen sich die USA im Technologie-Sektor immer noch als führend und attraktiv für Arbeitnehmer aus der ganzen Welt.

von Jan-Philipp Rave