Ganz neu und "druckfrisch":

 

Der Reuchlin Kurier

 

Cover RK


 

 

Name:Sophia FoisSophiaFois
Spitzname: Soso
Klasse: 8 c
Alter: 14
Lieblingsfach: Mathe, Physik, Chemie, Englisch, Deutsch, Geo, Geschichte, Latein, Bio
Welches Fach würdest Du am liebsten vom Stundenplan streichen? Sport
Hobbies: zeichnen, lesen, klassische Musik hören, schlafen, Karten spielen, Minesweeper spielen

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Name: Ronja WendrichRonjaWendrich
Spitzname: Roni
Klasse: 9 c
Alter: 14
Lieblingsfach: Mathe, Wirtschaft und Recht, Kunst, Informatik
Welches Fach würdest Du am liebsten vom Stundenplan streichen? Physik
Hobbies: lesen, chillen

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Name: Markus Schuster
Spitzname: Markus
Klasse: 9 c
Alter: 14
Lieblingsfach: Musik, Biologie, Physik, Latein
Welches Fach würdest Du am liebsten vom Stundenplan streichen? definitiv Mathe und Sport
Hobbies: Musik machen, alte Videospiele spielen, programmieren, technische Sachen zusammenbauen
 
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Name: Margherita RagucciMargaritaRagucci
Spitzname: Magi
Klasse: 9 d
Alter: 14
Lieblingsfach: Latein, Geschichte
Welches Fach würdest Du am liebsten vom Stundenplan streichen? Geographie
Hobbies: schreiben, alles was mit Technik zu tun hat, reden - gaaaaanz viel reden

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Name: Johannes HeinlJohannesHeinl
Spitzname: Jojo, Tschobbl di hennes
Klasse: 7 c
Alter: 13
Lieblingsfach: Kunst (ein bisschen Latein, Englisch), Technikgruppe, Schülerzeitung
Welches Fach würdest Du am liebsten vom Stundenplan streichen? Reli
Hobbies: Schülerzeitung (Artikel schreiben, ... ), etwas mit Technik zu tun haben, longboarden, Schlittschuh fahren, sich mit Freunden treffen

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Name: Anna-Lena MändlAnnaLena
Spitzname: "Loki"
Klasse: 8 d
Alter: 13
Lieblingsfach: Kunst
Welches Fach würdest 
Du am liebsten vom Stundenplan streichen? Physik (bitte nicht böse sein, Herr Schönberger)
Hobbies: reiten, malen, lesen, Musik hören


 

Gedanken zur Flüchtlingskrise in Deutschland von Johannes Heinl

Warum gibt es Flüchtlinge? Weil es viele Krisengebiete auf der Welt gibt.
Warum kommen so viele Flüchtlinge nach Deutschland? Weil es ihnen dort besser geht und sich viele hilfsbereite Menschen um sie kümmern.
Die Flüchtlingskrise – ein großes Thema auf der Welt und auch in meinem Kopf. Es ist 16.00 Uhr und ich sollte eigentlich für eine Schulaufgabe lernen, aber ich will einfach schreiben! Da kommt mir der Entschluss, ein Interview mit einem Asylbewerber in Ingolstadt zu führen. So will ich bezwecken, dass viele meiner Mitschüler auf das Thema aufmerksam werden und wissen, wie es einem Flüchtling geht, was er fühlt und denkt.

Interview mit einem Asylbewerber
Heute ist es soweit. Mit einem etwas mulmigen Gefühl – denn ich weiß nicht, was mich erwartet – fahre ich zu Mohammuds Unterkunft, einer Art Wohngemeinschaft, die er sich mit vielen anderen teilen muss. Den Kontakt zu ihm hat mein Vater hergestellt.
Mohammud Abidirahman erzählt mir bei Tee und Keksen, dass er aus Somalia in Afrika kommt und 17 Jahre alt ist. Er ist schon seit ca. 9 Monaten in Ingolstadt. Geflohen ist er, weil in seiner Heimat Krieg herrscht. Sein Asylverfahren ist leider noch nicht abgeschlossen, das heißt er weiß noch nicht, ob er wirklich in Ingolstadt bleiben kann.
Mohammud sagt, er sei in seiner neuen Heimat glücklicher als in seiner alten Heimat – dabei lächelt er. Trotzdem frustrieren ihn manche Gedanken an die alte Heimat wie sein Heimweh.
Zur Zeit lebt Mohammud in Deutschland ohne seine Eltern. Zum Glück hat er aber schon viele Freunde gefunden in seiner WG, die eigentlich ein Privathaus ist und von der Stadt Ingolstadt zur Verfügung gestellt wurde.
In Somalia war er noch Schüler. Hier hat er mit viel Spaß eine Woche ein Praktikum im Elektrofachhandel „Media Markt“ absolviert. Er sagt, er könne sich in Zukunft gut einen Beruf mit etwas Technischem vorstellen.

Vielen Dank für den kleinen Einblick in deine Welt, Mohammud!

Johannes & Mohammud

 


 

„Bei Schreibblockaden räume ich einfach auf!“ - Ein Interview mit der Thrillerautorin Janet Clark, durchgeführt von Margherita Ragucci

Die Thrillerautorin Janet Clark ist 1967 in München geboren. Sie lebte in Deutschland, Frankreich, England und Belgien und kehrte letztendlich nach Deutschland zurück. Janet Clark MargheritaHeute lebt sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern wieder in München.
Um mir meine Fragen zu beantworten, hat sie mich zur sich nach Hause eingeladen, wo sich ein interessantes Gespräch entwickelt hat.

„Janet Clark“ klingt ja ziemlich englisch und meines Wissens nach sind Sie ja Deutsche. Ist „Janet Clark“ denn Ihr echter Name oder ein Künstlername?
Es ist mein echter Name. Den Vornamen Janet habe ich bekommen, weil die beste Freundin meiner Mutter zu ihrer Studienzeit in England Janet hieß. Den Nachnamen „Clark“ habe ich angeheiratet.

Haben Sie beruflich etwas anderes gemacht, bevor Sie mit dem professionellen Schreiben angefangen haben?
Ja, ich war unter anderem Marketing-Chefin in einer internationalen Firma und habe auch mal bei einem Kunstverlag gearbeitet. Diese Berufe haben mir sehr gut gefallen, aber das Schreiben finde ich dennoch am besten.

Haben Sie schon als Kind davon geträumt, Bücher zu schreiben, oder hatten Sie andere Berufswünsche?
Ich hatte viele unterschiedliche Berufswünsche. Ich wollte mal Entwicklungshelferin, Psychologin oder Therapeutin werden. Vor dem Abi wollte ich dann als Kriminalkommissarin bei der Polizei arbeiten – wahrscheinlich habe ich damals zu viel „Tatort“ geguckt (lacht). All die Berufswünsche, die ich hatte, hatten etwas mit Menschen zu tun, was auch daran lag, dass ich mich schon immer wahnsinnig für sie interessiert habe. Vor allem im Wunsch, Entwicklungshelferin zu werden, spiegelt sich das wider. Auch in meiner Schulzeit zeigte sich mein Interesse an Menschen, denn ich war z.B. Klassen-, Schüler- und Tutorensprecherin und habe bei der Schülerzeitung mitgewirkt. Mir ging es dabei vor allem um das soziale Umfeld. Ich denke, dass ich deswegen Autorin geworden bin, denn obwohl ich die meiste Zeit allein arbeite, brauche ich Menschenkenntnis, um den Charakteren meiner Geschichten Leben einhauchen zu können.

Wie sieht Ihr Tagesablauf als Autorin aus?
Den Tagesablauf gibt es nicht, der ist in jeder Schreibphase unterschiedlich - je nachdem, ob man in einer Plot,- Prosa- oder Lektoratsphase ist. Und dann sind da noch die Lesungen etc.
In der Plotphase laufe ich viel im Haus und Garten herum und denke, kritzle Ideen auf Papier, verwerfe, überdenke, kritzle ... , in der Schreibphase plotte ich morgens handschriftlich das Kapitel, dann lasse ich die Ideen etwas sinken, bevor ich mich ans Schreiben setze – in der Zwischenzeit gibt es immer viele Mails zu beantworten, meine ehrenamtliche Arbeit für die Autorinnen-vereinigung „Mörderische Schwestern“, meine Familie,... Dann sitze ich meist bis tief in die Nacht am Schreibtisch und manchmal, wenn ich meinen Abgabetermin nicht schaffe, gehe ich eine Woche in Klausur, dort werden dann ca. 14 Stunden am Tag am Buch gearbeitet.

Gibt es einen Studiengang, der empfehlenswert wäre, um Schriftsteller zu werden?
Es gibt in Deutschland derzeit kein anerkanntes Studium, um das Autorenhandwerk zu erlernen. Creative Writing Kurse werden zwar vereinzelt an Universitäten angeboten, allerdings in der Regel als Nebenkurs. Man sollte auf jeden Fall Dramaturgiekurse, Schreibkurse etc. absolvieren und versuchen, so viel wie möglich über das Handwerk zu lernen. Ein Germanistik- oder Literaturwissenschaftsstudium kann hilfreich sein, da man dort viel über Literatur und Sprache selbst lernt, aber es ist keine Voraussetzung. Viele der heute bekannten Autoren sind Quereinsteiger, die nach vielen Jahren in ihrem „Brotberuf“ den Weg zum Schreiben gefunden haben – ich übrigens auch. Allerdings habe ich mich jahrelang intensiv fortgebildet.


Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf besonders?
Meine Freiheit, die Begegnungen mit den Kollegen und den Lesern, die Möglichkeit, über Dinge zu schreiben, die mir am Herzen liegen, und dabei Menschen gut zu unterhalten.

Wie schätzen Sie die Karrierechancen als Autor/in ein?
Sehr schlecht. Bislang gab es zumindest noch eine gute Midlist, sprich AutorInnen, die ohne BestsellerautorInnen zu sein, vom Schreiben sinnvoll leben konnten, das dünnt sich derzeit aus, die Schere öffnet sich immer mehr zwischen den weniger als 1% „Hypersellern“ und dem Rest. Ganz schlimm ist der Jugendbuchbereich, zumal hier auch deutlich mehr englischsprachige Autoren gelesen werden als deutsche Autoren. Unter den 30 bestverkauften Bücher eines Jahres findet sich derzeit sich in der Regel höchstens ein original deutschsprachiges Buch. Das sollte man wissen, bevor man zu schreiben beginnt.

Was tun Sie gegen Schreibblockaden?
Aufräumen. (grinst) Ich räume meinen Schreibtisch auf, denn ganz oft verursacht ein Berg an Zetteln, Rechnungen und sonstigem Papierkram, der auf meinem Arbeitsplatz liegt, meine Schreibblockaden. Falls das Aufräumen auch nicht hilft, dann fahre ich weg. Wenn auch nur für drei Tage. Hauptsache ich bin ohne Internet, Telefon, Handy etc.

Wie lange schreiben Sie durchschnittlich an einem Buch?
Normalerweise ca. ein Jahr. Bis es veröffentlicht wird, dauert es nochmal ein halbes oder ein ganzes Jahr. Das heißt vom Anfang des Schreibens bis zur Veröffentlichung dauert es ca. zwei Jahre.

Würden Sie den Beruf weiterempfehlen?
Ich würde sagen, wenn jemand unbedingt schreiben möchte, wenn das der große Traum ist, und derjenige auch mit Enttäuschungen und Rückschlägen umgehen kann, dann soll er das ausprobieren. Man braucht allerdings Durchhaltevermögen und eine dicke Haut. Mein Mann hat vor sieben Jahren zu mir gesagt: „Wenn du es nicht probierst, dann wirst du nie wissen, ob du es geschafft hättest. Mehr als scheitern kannst du nicht.“ Insofern: Ja, ich würde jedem, der sich mit Leidenschaft dem Schreiben widmet, empfehlen, es zu versuchen, allerdings würde ich auch unbedingt empfehlen, einen Plan B in der Tasche zu haben, falls es nicht klappt.

Schreiben Sie gerade an einem neuen Buch?
Ja. Einen Erwachsenenthriller, der in London und Florenz spielt und mich gerade ziemlich herausfordert. (lacht)

Vielen Dank für dieses tolle Interview, Frau Clark!


 

„Ich wollte schon immer Geschichten erfinden.“ – Ein Nachmittag mit der Jungautorin Julia Pflug von Sophia Fois

Alle lauschen aufmerksam. Die Situation ist entspannt und doch will sich jeder von dem Talent der erst 13- jährigen Autorin ein Bild machen. Konzentriert und professionell – als hätte sie noch nie etwas anders getan – liest Julia Pflug aus ihrem 453 Seiten umfassenden Erstlingswerk namens „Finnley Erde“, das sie schon mit elf Jahren anfing zu schreiben.
„Mir hat es eigentlich schon immer gefallen, Geschichten zu erfinden“, erzählt sie stolz ihrem Publikum, als sie am Freitag, den 15.Oktober 2015, in der Buchhandlung Hugendubel erstmals ihren Debütroman, den ersten Band einer geplanten Trilogie, vorstellt. Und spätestens jetzt wird klar, dass es Julia weder an Kreativität noch an der Begabung, das Publikum in ihren Bann zu ziehen und es in die Geschichte eintauchen zu lassen, fehlt.
„Finnley Erde“ handelt von einem Mädchen namens Grace, das sich nach dem Erwachen auf einer verlassenen Insel wiederfindet und sich an nichts mehr erinnern kann. Zum Glück trifft sie dort auf den gleichaltrigen Luke, einen der Piraten des Schiffes, auf dem sie anschließend aufgenommen und umsorgt wird. Doch weiß Grace immer noch nicht, wer sie ist und woher sie kommt – so viele Fragen, die es zu beantworten gilt. Nach und nach lichtet sich ihre Unwissenheit und ihr Augenmerk ist fortan auf ein Mädchen in ihrem Alter, das die Piraten zufällig zwischen den Trümmern eines Schiffes entdecken und dem sie eine Unterkunft bieten, gerichtet. Dieses scheint etwas zu verbergen, jedoch kann Grace bis dahin nur vermuten, warum ihr dieses Mädchen so vertraut vorkommt. Denn noch weiß die Protagonistin nicht, dass sich die beiden eine einzigartige Gabe teilen, die alles zu zerstören droht.
Nach der Lesung war die Achtklässlerin dann bereit, einige Fragen über sich und ihre Idee zum Buch zu beantworten. Julia ist erst letztes Jahr in den Osterferien mit ihrer Familie von Mainz nach Ingolstadt gezogen und musste sich auf dem neuen Gymnasium, dem Apian, erstmal einleben. Außerdem erfährt man, wie sie schon sehr früh anfing, sich für das Schreiben zu interessieren: „Im Kindergartenalter habe ich mir gern Geschichten ausgedacht. Damals mussten sie noch von meiner Mutter festgehalten werden.“ Heute liest ihre Mutter Lydia nur noch Korrektur.
Der Grundstein ihrer Geschichte stammt aus der Grundschule, wo sie sich mit ihren Freundinnen vorstellte, gegen eine bedrohliche Übermacht zu kämpfen: „Wir haben daraus ein Spiel gemacht, aber als ich mich vor zwei Jahren wieder mal daran erinnerte, dachte ich mir: Daraus kann man doch eine spannende Geschichte machen!“
Der zweite Teil der Trilogie ist auch schon fast fertig. Ihr Vorbild ist die britische Schrifttellerin J.K. Rowling, selbstverständlich hat Julia schon alle Bände der „Harry-Potter“-Reihe verschlungen.
Auf die Frage, welchen Beruf sie später einmal ausüben wolle, antwortet sie ohne zu zögern mit: „Autorin! Zumindest nebenberuflich…Denn es kann immer mal vorkommen, dass man davon allein nicht über die Runden kommt.“ Gegen Ende vergisst sie nicht zu erwähnen, dass es ihr Buch auch zu kaufen gibt (15,99€, Books on Demand).
Ich finde, das Buch wird während des Lesens nicht langweilig und ist sehr verständlich geschrieben. Auch ist anzumerken, dass die Jungautorin für ihr Alter ein gutes Sprachgefühl und viele kreative Ideen hat, wodurch das Buch lebendig wird.
Wem also Fantasyromane mit einer leichten Spur von Romantik und die Tatsache, ein Buch zu lesen, welches aus der Sicht und mit der Erfahrung einer vielleicht sogar gleichaltrigen Autorin geschrieben wurde, gefallen, sollte einfach mal reinlesen und sich von „Finnley Erde“ verzaubern lassen!


 

Warum wir Sphynxkatzen eklig finden - Von Toleranz, Fremdenhass und der Angst vor dem Unbekannten von Margherita Ragucci

SphynxkatzeEs ist 23.11 Uhr, als mein Handy einen Pfeifton von sich gibt und mir ein Freund ein Foto einer nahezu nackten Katze schickt. Darunter schreibt er, er fände diese sog. Sphynxkatzen „einfach nur eklig“. Als er mich darauf nach meiner Meinung fragt, antwortete ich, dass ich sie eigentlich ganz süß fände. Ungläubig fragt er mich, ob das mein Ernst sei, und ich bejahe. Danach schalte ich mein Handy aus und gehe schlafen.
Jetzt sitze ich hier, es ist 3.51 Uhr morgens und ich starre auf den Bildschirm meines Laptops, denn mir geht die Szene von vorhin nicht aus dem Kopf. Wieso hat die Katze auf meinen Bekannten so abstoßend gewirkt? Im Grunde sind Katzen doch in Deutschland gern gesehen, ein beliebtes Haustier. Eine felllose Katze ist mir hier allerdings auch noch nie untergekommen. Ist das vielleicht der Grund für die Abwehrreaktion, die die Katze für manche auslöst? Etwas, was neu ist, betrachtet man oft mit Vorsicht und Skepsis, oder eben auch mit Misstrauen. Objektiv gesehen könnte man natürlich argumentieren, dass das Tier ästhetisch nicht wirklich ansprechend sei, aber dennoch ist es nicht „widerlich“ oder „einfach nur eklig“.
Anderssein wird anscheinend immer mehr zum Fluch. Von Individualität kann man nicht mehr sprechen, wenn jeder, der anders ist, mit einem skeptischen oder sogar abwertenden Blick angesehen wird, eben nur weil er sich von der Norm unterscheidet. Wie die Katze.
Doch vielleicht wäre es an der Zeit, offener für neue Dinge, neue Menschen zu sein. Mir kommt gerade das Wort Toleranz in den Sinn. Handelt der Begriff im Grunde genommen nicht einfach davon, andere Dinge, die sich vom Standard unterscheiden, zu achten und zu dulden? Das Szenario mit der Katze war nur ein Beispiel, denn wenn man genau überlegt, treffen wir im Alltag so oft auf Ungewohntes, Unbekanntes, für uns Anormales. Reagiert man in solchen Momenten nicht auch oft skeptisch oder abfällig? Man sagt, man möge z.B. den neuen Mitschüler in der Klasse nicht, einfach weil er neu ist und wir ihn nicht kennen. Jetzt frage ich mich, ob es nicht an der Zeit wäre, die eigene Denkweise zu überdenken. Wenn wir den neuen Mitschüler genauer kennenlernen - erst dann haben wir das Recht, uns eine Meinung bilden zu dürfen, und bis zu dem Zeitpunkt, an dem wir das können, müssen wir ihn tolerieren.
Toleranz ist ein so wichtiges Thema, insbesondere jetzt, wo so viele Menschen aus anderen Ländern flüchten. In meinem Freundeskreis gibt es einige, die gegen die Aufenthaltserlaubnis von Flüchtlingen in Deutschland sind. „Die nehmen uns das Geld und die Arbeitsplätze weg“, tönt es oft aus deren Reihen. „Wieso?“, frage ich mich dann oft. Vermutlich wissen diese Menschen nicht, wie es den Flüchtlingen geht. Welcher der Grund für deren Aufbruch aus dem Heimatland ist. Nicht etwa, das Verlangen den Deutschen „das Geld aus der Tasche zu ziehen“ oder die „Arbeitsplätze zu rauben“. Jeder Mensch hat eine gewisse Heimatverbundenheit, deswegen verlässt eigentlich niemand grundlos die Heimat. Ist es fair, diese Frauen, Männer, Kinder, für die die Reise in ein fremdes Land schwer genug ist, auch noch mit einer dermaßen negativen Einstellung zu begrüßen? „Wir wollen euch nicht“? Ich glaube kaum, dass jemand der flieht, um sein Leben zu schützen, so begrüßt werden soll. So darf niemand begrüßt werden. Auch im Internet auf Instagram und Co. lese ich immer mehr Kommentare, die einen deutlichen Fremdenhass zeigen. Ich denke, Fremdenhass ist eine Form der Angst. Eine Angst, aus dem gewohnten Umfeld verdrängt zu werden. Aus seiner angestammten Rolle in der Klasse verdrängt zu werden, wenn es einen neuen Mitschüler gibt. Im Beruf die Position zu verlieren. Oder eben aus Deutschland verdrängt zu werden.
„Es gehört oft mehr Mut dazu, die Meinung zu ändern als ihr treu zu bleiben“, sagte schon Friedrich Hebbel, ein deutscher Lyriker und Dramatiker. Und das ist der Punkt. Wir müssen unsere Meinung ändern, noch besser, uns erst selbständig eine bilden, wenn das möglich ist. Angst ist ein Gefühl, das wir nicht durch Hass an Fremden auslassen dürfen.
Mir fällt gerade ein, dass meine Eltern eine Tierhaarallergie haben, vielleicht kann ich sie dazu überreden, dass wir uns eine Sphynxkatze kaufen. Die sind ja eigentlich doch recht süß, und das werden meine Eltern bestimmt noch erkennen. Aber ich lege mich jetzt wieder schlafen.

 


 

Für künftige Zehntklässler:

How to „Oper“
Mal was anderes! Um den Schülerinnen und Schülern ein Stück anspruchsvolle Kultur näherzubringen, bietet die Schule jedes Jahr in der 10. Jahrgangsstufe eine Fahrt zur Nürnberger oder Münchener Oper an.
Wir werden euch ein paar Tipps und Tricks verraten, mit denen auch ihr solch ein Klassik-Event „rocken“ könnt:

Step 1: Die Vorbereitung
Um eine (vielleicht sogar in einer Fremdsprache gesungene) Oper zu verstehen, ist es notwendig, sich vorher über deren Handlung und Protagonisten zu informieren. Dafür sorgt natürlich bereits der Musikunterricht, jedoch schadet es nicht, zusätzlich selbst nach Belieben im Internet zu recherchieren. Besonders hilfreich ist es, wenn man sich einzelne Gesangsstücke im Voraus anhört, weil man sich dann darauf freuen kann, die eine oder andere Melodie wiederzuerkennen. So wird der Abend gleich viel unterhaltsamer!

Step 2: Das Outfit
Jeder kennt es: Man ist auf dem Weg zu einem besonderen Ereignis (Party, Geburtstag o. ä.), weiß aber nicht, was man anziehen soll. Diese Frage ist in unserem Fall leicht zu beantworten, denn in der Oper herrscht ein eindeutiger Dresscode: Man geht nicht jeden Tag in die Oper. Also sollte im Operngebäude jeder von euch auf eine etwas schickere Kleidung als im alltäglichen Leben achten. Das heißt für uns: Für Mädchen ist ein schönes Kleid und für Jungen ein Hemd mit schwarzer Hose angemessen.

Step 3: Die Platzwahl
Auch wenn ihr wohl oder übel keinen großen Einfluss auf die Kartenverteilung haben werdet, könnt ihr trotzdem versuchen, gute Plätze zu ergattern. Denn wirklich nichts ist schlimmer, als sein Genick ausrenken zu müssen, nur um einen Blick auf das Geschehen erhaschen zu können.

Step 4: Das Verhalten

Das ist wohl der allerwichtigste Punkt in unserer Aufzählung: Wie benimmt man sich während der eigentlichen Aufführung? Es gibt nämlich viele Dinge, die man berücksichtigen sollte, zum Beispiel:

  1. Auch wenn´s schwer fällt: Das Handy ausschalten! Für Selfies ist die Pause da.
  2. Nicht schwätzen! Auch fürs Ratschen und Diskutieren ist die Pause da.
  3. Jeder bleibt ruhig auf seinem Platz sitzen! Also kein wildes Plätzetauschen oder Herumgerutsche auf den Stühlen, denn das stört die übrigen Gäste!
  4. Nicht laut husten oder niesen, vor allem nicht an leisen Stellen!
  5. Essen, Trinken und der Toilettengang finden ausschließlich vor der Aufführung oder während der Pause statt!
  6. Geklatscht werden darf generell immer nach einem Akt, wenn der Vorhang fällt, und natürlich auch am Schluss. Wenn ein Gesangsstück besonders gut gefällt, kann man auch direkt im Anschluss klatschen. Wer sich ganz unsicher ist, klatscht einfach mit, wenn die große Mehrheit applaudiert.

Wichtiger aber als alle Regeln: Genießt den Abend mit Freunden und lasst euch von der Musik und den Emotionen auf der Bühne faszinieren! Dann wird der erste Opernbesuch ein unvergessliches Erlebnis.

Viel Spaß in der Oper wünscht euch die Klasse 10b.

Zusammengestellt nach dem Besuch der Oper „Carmen“ am 21. Februar 2016

Opernfahrt Carmen