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„Es gibt heute Bekleidung, aber keine Mode mehr“

Interview mit der Modedesignerin Beate Bonk

Mode der Zukunft BildWir alle beschäftigen uns mit Mode, manche bewusster, manche eher unfreiwillig, denn sie ist ein Teil unseres alltäglichen Lebens. Die Mode hat eine lange und umfangreiche Geschichte, umfasst viele verschiedene Epochen und vor allem geht sie mit der Zeit. So war es beispielsweise in den 1980ern im Trend, sich so verrückt wie möglich zu kleiden, während die heutigen Trends eher wieder zu schlichterer Kleidung zurückführen. Um mehr über die Mode der Zukunft zu erfahren, haben wir die Designerin Beate Bonk interviewt.

Reuchlin-Kurier: Wolltest du deinen Beruf schon immer machen?

Frau Bonk: Ja, definitiv.

RK: Wie bist du zu dem Beruf gekommen?

Frau Bonk: Tja, wie kommt man zu einem Beruf? Na ja, immer wenn ich Stoff in den Händen hatte, hatte ich eine Vision und ich hatte auch immer eine Vorstellung, wie es letztendlich aussehen sollte.

RK: Wie lange hast du das Geschäft in der Milchstraße schon?

Frau Bonk: Ich habe mein Geschäft an der Stelle, wo es jetzt liegt, seit dem Jahr 2000, also jetzt seit 17 Jahren; vorher waren wir noch an anderen Standorten.

RK: Hattest du deinen Laden schon immer in Ingolstadt?

Frau Bonk: Ja, denn als ich noch in Berlin war, hatte ich nur ein Atelier.

RK: Du bist ja Designerin: Hast du auch schon mal andere Marken als deine eigene verkauft?

Frau Bonk: Also, was Kleidung betrifft, verkaufe ich nur meine Eigenmarke, und andere Marken kaufe ich in puncto Schuhe und Accessoires dazu.

RK: Wie findest du die momentane Entwicklung der Mode?

Frau Bonk: Die Entwicklung der Mode ist natürlich sehr spannend, da kann man ja Bücher darüber schreiben. Es gib ja auch viele Bücher über Mode- und Kostümgeschichte, aber die Mode der Zukunft geht schon fast in Richtung Uniformität, ich meine, schaut euch doch mal die Jugend an: Es ist ja eigentlich belanglos, was die Leute tragen, solange man Mode in irgendwelchen Billigläden kaufen kann. Also kann man in Deutschland sowieso nicht von Mode sprechen, es gibt Bekleidung, aber keine Mode.

RK: Hast du ein Vorbild oder Idol?

Frau Bonk: Nein, ich habe keine Vorbilder, das wäre ja furchtbar langweilig. Dann würde ich ja versuchen, etwas nachzuahmen, was es schon gibt, und das will ich nicht.

RK: Welche Modetrends werden für 2018 erwartet?

Frau Bonk: Modetrends sind natürlich ein breites Thema, denn je nach Zielgruppe gibt es ja mehrere Trends. Also auf jeden Fall bleibt an Farbe und Struktur, was wir auch dieses Jahr hatten, bestehen, auch der Fakepelz bleibt weiterhin. Hosenbeine variieren von weit bis eng und von kurz bis lang, wobei der Trend eher wieder zur längeren Hose geht, also weg von der Knöchellänge. Der Hosenanzug ist ein riesiges Thema sowie auch Kleider weiterhin aktuell sein werden. Insgesamt wird in nächster Zeit viel gemischt werden, sowohl alte mit neuen als auch Vintage- mit modernen Designs. Dieser Trend hält sich zwar schon seit einer gewissen Zeit, aber ist einfach ein großer Erfolg in der Mode.

RK: Was erhoffst du dir vom Modebewusstsein der Menschen?

Frau Bonk: Ich wünsche mir, dass sich mehr Menschen modisch kleiden und vor allem ausgefallen und individuell anziehen, das ist meine große Hoffnung. Aber die Tendenz geht leider in die andere Richtung, die meisten tragen einfach nur Sneakers, Jeans und irgendein Shirt. Aber das ist so schade, weil es so langweilig ist. Wie wollt ihr denn, dass man euch sieht, in Klamotten, die jeder anhat? Wenn sich Leute dessen bewusst werden, was für eine große Rolle gute Bekleidung in unserer Gesellschaft spielt, dann treten sie ganz anders auf, das gibt ein ganz anderes Selbstbewusstsein. Ihr werdet dadurch viel ernster genommen.

RK: Wo siehst du dich in 10 Jahren?

Frau Bonk: In 10 Jahren liege ich mit einem Drink in der Hängematte unter meinem Baum in meinem Garten und genieße meine freie Zeit.
RK: Schön, dann vielen Dank für das Interview!

Das Interview führten Elisa Sammarco und Maya Liebel, 8b und c.