„Ich will aber Schokoladeeee!“ – Die Tricks der Supermärkte

Der durchschnittliche Deutsche geht pro Jahr rund 233mal einkaufen. So verbringt man rund zwei Jahre seines Lebens in Supermärkten und Diskountern. Dort werden wir jedoch oft ausgetrickst und unsere Wünsche werden in bestimmte Richtungen gelenkt.

Erhöhte Preise und kein Grünzeug in der Tüte
Auf viele Tricks sind die Kunden mittlerweile vorbereitet. So ist wohl den meisten Einkaufenden klar, dass die Verpackung oft einen anderen Eindruck vermittelt, als die Zutatenliste. Manche Fertigprodukte werden zum Beispiel mit Bildern von frischem Gemüse beworben. Dies ist dann aber nur in geringen Mengen auf der Zutatenliste aufgeführt oder ist überhaupt nicht auffindbar.
Obwohl die Supermärkte mit diesem Trick immer weniger Menschen täuschen können, haben sie allerdings noch genug Kniffe auf Lager. Ein Klassiker ist zum Beispiel die versteckte Preiserhöhung. Das Prinzip dahinter ist sehr simpel: Der Preis bleibt gleich, jedoch ist eine geringere Menge in der Packung. Oft werden die Produkte auch noch mit Aufschriften wie „jetzt in neuer Verpackung“ oder „neues Design“ beworben. Ein ähnlicher Trick ist es, kleinere „Snackpackungen“ zu einem höheren Preis zu verkaufen.
Ein weiterer Trick ist der 100g-Trick. Hier werden Produkte, die mehr als 100g enthalten, mit einem Preis pro 100g ausgezeichnet. Das sieht für den Kunden dann auf den ersten Blick billiger aus.
Auch werden oft die teureren Markenprodukte auf Sicht- oder Greifhöhe in die Regale gestellt, während die günstigen Produkte meist ganz oben oder ganz unten stehen. Wer zu faul ist, sich zu bücken oder zu strecken, muss also zu den teuren Produkten greifen.

Hier duftet’s nach Schoko!
Außerdem wird im Supermarkt massiv versucht, unsere Sinne zu beeinflussen. So wird in den meisten Supermärkten die Temperatur auf exakt 19°C gehalten. Wenn es wärmer ist, so sind die Kunden zu träge, ist es jedoch kühler, frieren die Kunden und wollen das Geschäft so schnell wie möglich wieder verlassen. Auch die Musik im Hintergrund stammt aus eigens für Supermärkte zusammengestellten Playlists. Sie soll die Kunden beruhigen und so länger im Supermarkt verweilen lassen. Aber sogar unsere Nase wird ausgetrickst. Wenn es zu Beispiel in der Schokoladenabteilung nach Kakao riecht, liegt das sehr wahrscheinlich nicht an der Schokolade selbst, sondern an besonderen Duftstoffen, die die Märkte in der Luft verteilen. Und selbst unsere Augen werden getäuscht. Viele Produkte werden nämlich mit getöntem Licht bestrahlt. Das lässt Obst saftiger, Gemüse knackiger und Fleisch frischer und röter aussehen.

Die Supermarkt-Ralley
Doch auch hinter sehr alltäglichen Dingen wie dem Aufbau des Supermarktes steckt meist eine gut kalkulierte Taktik. Bestimmt ist euch schon einmal aufgefallen, dass die meisten Supermärkte ähnlich konstruiert sind. Das liegt daran, dass dieser Aufbau so gut funktioniert. Wenn man zum Eingang hineinkommt, erwartet einen zunächst das Obst- und Gemüseregal. Das soll dem Kunden den Eindruck von Frische vermitteln. Von dort führt ein Gang über die Fleischtheke. Dort muss man nun links abbiegen. Du könntest nun sagen, dass das nur reiner Zufall ist. Ich sage dir, dass es das nicht ist, denn die meisten Menschen sind Rechtshänder, und die biegen laut wissenschaftlicher Studien lieber links ab und kaufen dann mehr! Nun geht es weiter zum Kühlregal. Das liegt meist auf der anderen Seite des Supermarktes als der Eingang, sodass man einmal durch den gesamten Markt laufen muss und an vielen anderen verlockenden Angeboten vorbeikommt, um zu den Molkereiprodukten zu gelangen. Ein weiterer Gang führt zurück zu den Kassen, und hier kommt der wohl bekannteste Trick: Die „Quengelware“, also Dinge wie Süßigkeiten und Schokolade, die Kinder unbedingt haben wollen. Diese benötigt durchschnittlich nur 1,5% der Gesamtfläche, macht aber bis zu 5% des Umsatzes aus. Sobald man an der Kasse durch ist, ist der ganze Spaß vorbei, die Fläche zum Einladen der Produkte ist klein und der Supermarkt will einen so schnell wie möglich wieder aus dem Gebäude bekommen.

Supermarkt

Fazit: Im Supermarkt sollte man immer wachsam sein und bei kleineren Einkäufen überlegen, ob man wirklich einen Einkaufswagen braucht, da man mit einem Einkaufswagen schnell den Überblick verliert, was man schon alles gekauft hat. Außerdem sollte man sich schon vorher genau überlegen, was man wirklich benötigt, nur das kaufen und sich nicht von den Tricks der Händler beeindrucken lassen, denn so spart man nicht nur Zeit, sondern auch Geld!     

von Jan Philipp Rave