Von Drachen, Kriegern und Königsfamilien - Die 6.Staffel von ´Game of Thrones` steht in den Startlöchern

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Wohl eines der beliebtesten Bücher momentan ist George R.R. Martins 'Das Lied von Eis und Feuer' oder wie der englische Titel lautet, 'A Game of Thrones'. Allein die gedruckte Version besteht aus 10 Büchern von ja über 600 Seiten. Und dabei bleibt es auch nicht, denn Band 11 und 12 der Fantasy-Reihe sind bereits in Produktion.
Die TV-Serie jedoch ist ebenso erfolgreich. Mit bis jetzt 5 Staffeln voller Spannung und Action ist ´Game of Thrones´ einfach ein Muss für jeden Fantasy -Liebhaber. Und ganze 10 Monate hielt die Fancommunity den Atem an, bis dann endlich am 24. April die erste Episode der 6. Staffel zu sehen war. Doch dieses Mal basiert die Handlung nicht mehr auf den Büchern, da diese ja noch nicht fertig sind. Zudem stehen noch einige wichtige Fragen offen, die nun mal nicht so einfach zu beantworten sind.

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Was wird z.B. aus der erblindeten Arya Stark? Wird sie einen Weg finden, weiter mit ihren Schwert 'Nadel' Kämpfe zu bestreiten? Und wie steht es um die intrigenspinnende Königsfamilie der Lannisters? Und die allerwichtigste Frage: Ist Jon Schnee wirklich tot? George R.R. Martin ist zwar dafür bekannt, dass er viele seiner Handlungsträger in den Tod schickt, doch wird er wirklich einen der Hauptcharaktere von der Bildfläche holen?

Die Serie hält für alle etwas Interessantes bereit, ist aber leider mit einer Altersbeschränkung ab 16 versehen. (Für manche Leser hier vielleicht kein Problem, für andere aber schon…) Aber es gibt zum Glück ja noch die Romane – ohne Altersbeschränkung!

Jetzt aber zurück zu Handlung und den Personen bzw. Wesen:
In der Serie tauchen z. B. Drachen, Schattenwölfe, Waldgeister und vieles mehr auf.
Obwohl das Basiskonzept der Storyline, nämlich die Streitigkeiten der einzelnen Adelsfamilien auf den fiktiven Kontinenten Westeros und Essos um Land und um den Thron doch ganz simpel gehalten ist, verstricken sich Produzenten und Zuschauer doch in den vielen unterschiedlichen Plots und selbst der gute George selbst kommt nur mühsam hinterher. Daher sollte man sehr aufmerksam beim Lesen und Schauen sein.

Hier noch ein kurzer Einblick in die verschiedenen Adelshäuser und ihre Wappen:

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'Der Winter naht', wie die Starks so schön zu sagen pflegen, denn jede Adelsfamilie, oder auch 'Haus' genannt, hat sozusagen ein eigenes 'Motto'. Wie man am obigen Bild sieht, hat jedes Haus auch ein Symboltier. Für das Haus Baratheon ist es z. B. ein Hirsch oder einfach nur sein Geweih. Oder der Drache, der in Westeros fast genauso ausgestorben ist wie das Targaryen-Geschlecht, welches nur noch aus Daenerys Sturmtochter, Mutter der Drachen, Khaleesi (= Herrscherin) der großen Grassee (= Steppe), besteht, die ebenfalls verbissen um den Thron kämpft.

So bleibt 'Game of Thrones' auch in der 6. Staffel ein verstricktes Intrigenspiel der einzelnen Häuser und ihrer Anhänger, das sich aber unbedingt lohnt: Die Frage, wer den Thron bekommt, bleibt ungebrochen spannend!

von Anna-Lena Dahlhoff

Bildquellen:

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„Die Realität ist eine Illusion, das Universum ist ein Hologramm! Kauft euch Gold!“ – Über den Cartoon „Gravity Falls“

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Alex Hirsch veröffentlichte 2012 seine Zeichentrickserie, die von Disney Television Animation produziert wurde. Die Serie startete am 15.06.2012 und wurde 2016 mit der 2. Staffel abgeschlossen.
Zum Inhalt: Die 12- jährigen Zwillinge Dipper und Mabel Pines werden über die Sommerferien in die fiktive Kleinstadt Gravity Falls in Oregon zu ihrem Gronkle (= Großonkel) Stan geschickt, wobei Dipper bei seiner Ankunft ein seltsames Tagebuch findet, in dem allerhand seltsame Wesen beschrieben werden. Den beiden wird bald klar, dass Gravity Falls eine Stadt voller Geheimnisse ist, und sie gelangen immer wieder in verrückte Situationen. Sie schaffen es immer wieder, die Gefahren zu bewältigen, doch verstricken sie sich weiter und weiter in das Netz aus Rätseln und Geheimnissen.
In der Serie gibt es sowohl glaubwürdige Charaktere, die man sehr schnell ins Herz schließt, als auch fantastische Antagonisten, die einen immer wieder überraschen.
Zu den Protagonisten gehören:

  • Dipper Pines: Er ist der neue Besitzer des 3. Tagebuchs, worin er seit dem Fund durchgehend liest und es wie einen Schatz hütet. Er ist abenteuerlustig und neugierig, aber auch vorsichtig. Ihm gefällt das Dorf anfangs nicht, aber nach Entdeckung der vielen merkwürdigen Kreaturen, ist er drauf und dran das Geheimnis um Gravity Falls zu lüften.
  • Mabel Pines: Dippers Schwester ist das komplette Gegenteil von Dipper: überdreht, verrückt und immer gut drauf. Sie liebt Einhörner und lebt in ihrer eigenen kleinen Welt. Sie hatte viele gescheiterte Sommerromanzen, verliert aber nie an Lebenfreude.
  • Gronkle Stan: Er ist der griesgrämige Großonkel der beiden und Besitzer der „Mystery Shack“, einer Touristenfalle. Anfangs mochte er die Zwillinge nicht, doch mit der Zeit wuchsen sie ihm ans Herz.

Antagonisten wären zum Beispiel:

  • Gideon Gleeful: Er ist Stans Erzfeind und will unbedingt in den Besitz der „Mystery Shack“ kommen. Er besitzt bereits das 1.Tagebuch und benutzt das Wissen daraus, um die anderen zwei zu erlangen. Auf welche Weise auch immer.
  • Bill Cipher: Der größte Gegenspieler in der Serie ist in fast jeder Folge präsent, wenn auch nicht immer offensichtlich. Um seine Dimension mit unserer zu verbinden, geht der zweidimensionale Traumdämon oft Pakte mit Menschen ein. Er ist dreieckig, einäugig, goldgelb und trägt einen hohen schwarzen Zylinder und eine Fliege.

Die Serie wurde 2012 von Alexander „Alex“ Hirsch für den Disney Channel erfunden. Alex wurde am 18. Juni 1985 in Piedmont, Kalifornien, geboren und ist Cartoonist, Regisseur, Filmproduzent, Synchronsprecher, Art Director und Drehbuchautor. Er schenkte Gronkle Stan, Bill Cipher und weiteren Nebencharakteren seine Stimme. Zu manchen Figuren wurde er durch alte Schulfreunde inspiriert, zu anderen durch seine Familie. Seine Schwester Ariel Hirsch war seine Inspiration für Mabel.
Besonderen Spaß hat ihm das Verstecken von geheimen Infos in den Folgen gemacht, wobei er gemerkt hat, dass die Fans um einiges schlauer sind, als er dachte. Sogar in der 2. Staffel, bei der diese Codes erschwert und unauffälliger platziert wurden, hatten viele Fans diese meist schon wenige Tage danach geknackt und veröffentlicht.
Laut ihm geht es in Gravity Falls aber nicht nur um das Finden von „Eastereggs“, sondern auch viel um Freundschaft, Familie und Zusammenhalt. Ihm hat die Arbeit an der Serie viel Spaß gemacht, und es gibt vieles, das er selbst noch erkunden will.
Meiner Meinung nach ist „Willkommen in Gravity Falls“ eine der besten Serien, die ich je gesehen habe und sie hat definitiv Suchtfaktor! Die Geschichte zieht einen in ihren Bann, mit vielen glücklichen Momenten als auch emotionalen. Mit seinen liebenswerten Charakteren, die einen immer wieder zum Lachen bringen, mit denen man mitfiebert und mitfühlt, finde ich den Cartoon wirklich sehenswert. Wer zurzeit nicht weiß, was er in den Sommerferien tun könnte, empfehle ich, sich die Cartoonserie anzuschauen.
„Wir sehen uns nächsten Sommer!“

von Lukas Ziel

 

Wenn Jugendliche Bomben entschärfen müssen:
Eine Rezension über den Film „Unter dem Sand – Das Versprechen der Freiheit“Cover


Handlung: Frühsommer 1945. Der Zweite Weltkrieg ist bereits zu Ende, und in den letzten Jahren sind mehr als 1,5 Millionen Landminen durch die deutsche Wehrmacht an der dänischen Westküste verteilt worden.

In dem dänischen Film unter der Regie von Martin Zandvliet, der 2015 unter dem Originaltitel „Under sandet“ erschienen ist, liegt es nun an den deutschen Kriegsgefangenen, die Küste von den Minen zu befreien. Dem dänischen Feldwebel Carl Rasmussen fällt dabei die Aufgabe zu, eine Gruppe von Kriegsgefangenen zu betreuen, während diese einen Strandabschnitt säubern müssen, in dem sich ca. 45000 Landminen verbergen. Was der Feldwebel, ein gnadenloser Hasser der Deutschen, allerdings noch nicht weiß, ist, dass es sich bei seiner Gruppe um 14 Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren handelt.

Zu Beginn des Filmes zeigt der Feldwebel kein Erbarmen, schlägt die Kriegsgefangenen, lässt die Jungen fast verhungern. Im Laufe des Films ändert sich diese Einstellung jedoch und der Feldwebel baut ein enges Verhältnis zu den Jungen auf. Nicht nur der Wunsch nach der Heimreise quält die Jugendlichen, jeder ihrer Tage ist geprägt von Angst. Ein Moment der Unachtsamkeit beim Entschärfen einer Mine kann sie selbst und auch ihren Gefährten das Leben kosten. Gemeinsam wollen es die Jungen schaffen, die Küste von den Minen zu befreien und heil nach Hause zurückzukehren, doch das ist eine Aufgabe, die Mut, Vertrauen und Zusammenhalt fordert.

Geschichtlicher Hintergrund: Der Film basiert auf wahren Begebenheiten, so fürchteten die Deutschen im Zweiten Weltkrieg tatsächlich eine Invasion der Alliierten und hielten die dänische Westküste für einen plausiblen Angriffspunkt. Sie ließen dort den sog. Atlantikwall aufbauen, ein Grenzsystem aus Wachanlagen, Bunkern und Landminen. Nach dem Krieg mussten diese entfernt werden, wozu knapp 2000 junge deutsche Kriegsgefangene gezwungen wurden. Insgesamt räumten sie ca. 1,4 Millionen Minen und rund 1000 junge Männer kamen um.

Meine Meinung zu dem Film:
Plot: Die Geschichte ist tiefgründig und gut umgesetzt worden. Ich habe nicht oft einen Film erlebt, in dem ein ernstes Thema so schön ausgearbeitet wurde. Allerdings gab es immer wieder Szenen, in denen sich nichts wirklich Relevantes ereignete, und auch auf den Höhenpunkt der Handlung hat man vergeblich gewartet. Dies finde ich besonders schade, jedoch lag damit der Fokus mehr auf den erlebnisreichen Szenen, was diese hervorgehoben hat und deren sorgfältige Planung und Umsetzung in den Vordergrund gerückt hat.
Dadurch, dass sich nahezu der ganze Film um die Jungen dreht, wachsen sie einem schnell ans Herz und man baut fast eine Art emotionaler Verbindung zu ihnen auf. Auch der wichtige Charakter des Feldwebels gibt der Geschichte nochmal etwas Eigenes und zeigt, dass in jedem Menschen etwas Gutes steckt. Alles in allem eine Story mit einigen kleineren Mängeln, die durch die Aufarbeitung eines so ernsten Themas allerdings wieder wettgemacht werden. ★ ★ ★ ☆ ☆

Musik: Wichtig in diesem Film ist auch die Musik von Sune Martin, die sich durch meist ruhige und sanfte Töne auszeichnet. Im Gegensatz zu der Handlung strahlt die Musik eine Ruhe aus, die ganz im Einklang mit den weiten Sandstränden Dänemarks zu sein scheint. Doch die Musik ist facettenreich: neben den ruhigen sanften Tönen ist immer ein Schleier an Melodramatik in der Musik enthalten. Für mich ist diese Musik sehr passend, denn sie unterstreicht die Handlung und ist zugleich wunderschön. ★ ★ ★ ★ ☆

Schauspielerische Leistung: Besonders positiv aufgefallen ist mir die schauspielerische Darstellung des Feldwebels durch Roland Møller. Hier schafft es der Schauspieler, einen Charakter mit vielen unterschiedlichen Gesichtern so realistisch zu verkörpern, dass er dem Zuschauer gleich ans Herz geht. Auch die 14 Jugendliche spielen ihre Rolle sehr realistisch und lassen die Geschehnisse an der Leinwand sehr real erscheinen. Besonders Louis Hofmann, der den Sebastian spielt, der sich im Laufe der Geschichte zu einer Art Anführer der Gruppe entwickelt, begeisterte in diesem Film mit einer fantastischen Darstellung, die ihm auch schon mehrere Auszeichnungen bescherte. In diesem Film haben mich die Schauspieler durch ihre großartige Leistung wirklich sehr überzeugt! ★★★★★

Fazit:
Ein durch und durch guter und wichtiger Film, bei dem man kein geschichtliches Vorwissen benötigt und der sowohl durch die spannende Handlung als auch die Musik und die Schauspieler überzeugt! ★★★★☆

Minensucher
Bilder: https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/G/03/Aplus/DVD/Unter-dem-Sand_1.jpg http://www.dvd-forum.at/img/uploaded/15098_0aa3acb2099198336fd9ea62914660b4_unter-dem-sand-poster-01.jpg
von Margherita Ragucci

 

Eine vom Aussterben bedrohte Art: die Couchpotato
– Über Anstaltsfernsehen und eine Fernsehrevolution

CouchpotatoAlle lieben es, alle gucken es und alle meckern darüber? Gerade Jugendliche verneinen die Frage, ob sie denn fernsehen würden, stattdessen würden Streaming-Anbieter wie Netflix, Amazon prime, Maxdome, Sky und andere an immer mehr Beliebtheit gewinnen, sodass auch einige Kritiker der Meinung sind, die Zeit des Fernsehens sei abgelaufen. Stimmt das? Welche Zukunft hat es heute also überhaupt noch? 

Immer mehr Menschen erfreuen sich an der schier endlosen Anzahl an Möglichkeiten, im Internet das zu finden, was einst für viele das Fernsehen darstelle, und zwar Unterhaltung. Zu Recht oder völlig unbegründet? Klicks oder Quote? Sind Plattformen wie Youtube das Fernsehen von morgen und stirbt die „Couchpotato“ aus?
Nun, noch ist das alles hypothetisch, denn der Fernseher ist immer noch Grundausstattung in den meisten Haushalten und der durchschnittliche Fernsehkonsum der Deutschen beträgt annähernd vier Stunden täglich. Ein Großteil der Menschen hat entweder nicht die Zeit beziehungsweise den Willen oder auch nicht das technische Wissen, sich das Programm selbst zusammenzustellen, und hat gerade so viel Motivation, den on-Knopf auf der Tastatur zu drücken und sich berieseln zu lassen.
Aber ist das nicht sehr engstirnig? Denn damit tut man sich selbst doch eigentlich gar keinen Gefallen, man verpasst wegen dieses Verhaltens doch so vieles und verblödet regelrecht an dem Inhalt der heutzutage im Fernsehprogramm läuft, oder?
Einer der meistdiskutierten Punkte, wenn es um das Fernsehen versus das Internet geht, ist: Es laufe doch heutzutage sowieso nur Schwachsinn, von namenlosem Reality TV, mit dem man am Nachmittag regelrecht zugedröhnt wird, und woran man selbst nicht mal mehr mit Satire kommt, zu von amerikanischen Formaten abgekupferte Serien, dafür aber in billig. Da kann doch gar nichts Gutes dabei rauskommen, meinen die einen. Im Gegensatz zu denen, die typische in Deutschland produzierte Fernsehsendungen wie „Alarm für Cobra 11“, „Gute Zeiten schlechte Zeiten“ (mit über 6.000 Episoden?!), und den „Tatort“, nicht aufgeben wollen.
Um sich da ein genaueres Bild zu machen, sollte man beide Seiten genauer betrachten. Auf der einen Seite argumentiert man nämlich, dass sich die Sender heutzutage, seien es die privaten, seien es die öffentlich-rechtlichen, gar nichts mehr trauen. Viele würden immer noch versuchen das zu retten, was vor Jahrzehnten mal als gutes Fernsehen galt, wo eine Szene länger gedauert hat als heutzutage ein ganzes Youtube-Video. Zudem versuchen diese mit ihrem eintönigen Konzept einfach weiterzumachen und sich nicht großartig zu verändern, damit man nicht merkt, wie schlecht es dem deutschen Fernsehen eigentlich geht, gerade in Sachen Kreativität und neuen Ideen, diese würden nämlich gar nicht mehr funktionieren. Das Programm sei nicht mehr zu retten, einzig und allein das würde Quote bringen, was alt und bewährt sei, aber gerade damit stößt das Fernsehen auf immer mehr und mehr Kritik. Ein schier endloser Teufelskreis also. Außerdem seien dadurch die Inhalte unglaublich uninteressant, gerade für jüngere Generationen, es gebe regelrechte Zeitblöcke von teilweise mehreren Stunden, in denen nur Blödsinn gesendet werde, der einfach nicht zumutbar sei. Streaming-Anbieter und andere Medien hätten einen klaren Vorteil, da man sich dort das Programm einfach selbst aussuchen könne und es diesen Zwang, das zu schauen, was gerade läuft, einfach nicht gebe.
Währenddessen entstehen in anderen Ländern, wie zum Beispiel den USA, qualitativ hochwertige und geniale Fernsehformate auf Kino-Niveau wie die Serien „Game of Thrones“, „The Walking Dead“, „Breaking Bad“ usw., mit denen die deutschen Serien einfach nicht mithalten können, solange Redakteure nach dem Prinzip „Wo billig wie möglich produziert, aber so viel Einschaltquote wie es nur geht, am besten durch das Nachahmen bekannter ausländischer Serien“ produzieren.
Jedoch ist anzumerken dass die USA keineswegs besseres Fernsehen machen, es gibt dort mindestens so viel qualitativ Minderwertiges wie bei uns, jedoch unterscheidet sich ihr Programm dahingehend, dass sie erkannt haben, dass daneben auch Qualität, mit viel Aufwand und einem angemessenen Budget produziert, gesendet wird. Und von diesen Serien haben dann auch einige wirklich Weltklasse, und genau daran fehlt es unserem Fernsehen. Wir brauchen also junge kreative Köpfe und mutige Ideen, dass eben nichts vom Ausland gekauft wird, synchronisiert wird oder eben billig und unkreativ nachgemacht wird.
Auf der anderen Seite jedoch ist man der Meinung, dass das Fernsehen durchaus immer noch Lagerfeuerqualitäten besitze: Die ganze Familie versammle sich im Wohnzimmer und das ginge mit den Internetdiensten nicht. Zum anderen sei es wichtig, sich gerade heute nicht gleich zu langweilen, aber man müsse nicht immer genau das sehen was einem jetzt grade passt. Damals musste man sich ja auch irgendwie die Zeit vertreiben und heutzutage liege der Fokus nur noch auf „schneller, weiter, effizienter, erfolgreicher“.
Die Möglichkeit, Werbung zu umgehen, sich alles, was geschaut wird, perfekt zeitlich einzuteilen, trage dazu bei, ein wichtiges Attribut des Menschen, und zwar die Gelassenheit, verkümmern zu lassen. Das ist vielleicht weit hergeholt, aber bestimmt nicht ganz ohne. Darüber hinaus liege der Fokus der Kritiker des deutschen Fernsehens immer nur auf den schlechten Formaten, also ganz unten auf der „Awesome-Skala“, derweil könne man doch mal ausgezeichnete Serien „ganz oben“ publik machen, die von Fernsehpreisen nur so überhäuft werden. Aber die Kritik sei auch nicht ganz unberechtigt, so Fernsehbefürworter, jedoch habe es all diese hochwertigen Serien bei uns schon gegeben, aber ohne Erfolg: Sie hätten oftmals nur 13% der sonst durchschnittlichen Anschaltquote eines Sender erreicht. Deshalb müsse man eben Abstriche machen, denn das deutsche Fernsehen will den Mainstream erreichen und eben nicht, wie beispielsweise Youtube, für mehrere Nischen Inhalte produzieren, sodass man sich dann auf die Mitte zwischen altbewährtem und kreativem Kontext festlegen müsse.
Allgemein sei es auch so, dass die Deutschen zwar nicht unbedingt herausragend in Sachen Serien seien, dafür aber in Filmen, die auf große Resonanz stoßen würden und wie man anhand der vielen Kinobesucher auch sehen kann, sich großer Beliebtheit erfreuen.
Wie dem auch sei, es wird immer Gegner und Befürworter des klassischen Fernsehens geben, aber man kann sich sicher sein, dass es das so, wie wir es kennen, in circa zwanzig Jahren nicht mehr geben wird. Die Leute werden sich mithilfe von Online-Videotheken ihr Programm selbst zusammenstellen, und zwar nicht kompliziert und ohne Aufwand, das Fernsehen wird einen Weg finden müssen, sich dort miteinzubringen – durch Qualität und Innovation.
von Sophia Fois


Quellen:
de.statista.com (Vergleich der täglichen Fernsehdauer in Deutschland 2007 und 2015)
Taschenhirn.de (Deutsche Fernsehsendungen)
welt.de (warum wir keine deutschen Serien sehen wollen)