Trends - Was sie sind und was sie mit uns machen

Fragen wie „Warum müssen nur Mädchen Makeup tragen, um gut auszusehen, und Jungs nicht?“, die zur Genüge im Internet ihre Leser finden, lassen einen kurz aufhorchen und über all die Dinge nachdenken, die uns dabei helfen zu entscheiden, wann eine Person schön beziehungsweise „in“ ist, und wann nicht. Das Phänomen nennt sich Trend, und diese kommen und gehen. Damals Tattoo- Kette und Tanktop, heute blaue Haarspitzen und löchrige Jeans – dabei fallen diese Beispiele nur in die Kategorie Fashion.
Doch sind Trends im Allgemeinen so viel mehr als das. Sie bestimmen unser Verhalten, unsere Ernährung, unsere Entscheidungen und sogar die Art und Weise, wie wir über andere Menschen denken. Kurzum, sie stellen einen fundamentalen Teil unseres Soziallebens in Frage und lassen uns über scheinbar unwichtige, vollkommen zufällige Dinge eine ganz konkrete Meinung entwickeln.
Der ein oder andere mag jetzt vielleicht dagegenhalten, er sei nicht betroffen, er sei vollkommen unvoreingenommen gegenüber all diesen Dingen, doch muss ich diese Leute enttäuschen und sagen, dass dem nicht so ist, man kann es nun mal nicht vermeiden, ob man denn will oder nicht, beeinflusst zu werden. Taylor Swift
Aber warum? Warum tun wir das alles? Wer diese Frage beantwortet haben will, den muss ich abermals vertrösten, in diesem Artikel wird es keine Antwort darauf geben. Denn infolge eines näheren Betrachtens von Trends fällt auf, wie wenig objektiv wir eigentlich sind, ohne jegliche logische Orientierung, wenn es unter anderem um Kleiderwahl, Diäten, oder den Musikgeschmack geht. Um nur ein paar Beispiele zu geben: In den 70ern waren der Hippie-Style, Schlaghose (ja, das sind diese Teile, die unten auf einmal weit werden), Herbsttöne und als Snack Apfelburger trendy, während man Künstler wie David Bowie, Kiss oder Genesis hörte. Heutzutage werden sie durch einen Casual- bzw. sportlichen Style, Röhrenjeans mit geschlitzten Knien, Pastelltönen, der Detoxdiät und unzähligen Popkünstlern wie Taylor Swift, aber auch durch Rapper wie Drake etc., ersetzt. Diese Veränderungen haben teilweise mit dem amerikanischen Einfluss, Reality TV und vielem mehr zu tun. Aber größtenteils mit reiner Willkür, oder etwa nicht? Um das ganze auszuweiten: Trends begrenzen sich nicht nur auf das Zeitalter, sondern auch auf Gebiete. Nur macht es das kein Stück besser, im Gegenteil, es scheint, als seien die Beispiele dieser Erkenntnis noch viel sinnloser und extremer: Während sich viele Menschen, sei es in Südkorea, aber auch in Teilen Amerikas und ja auch in Deutschland schlankhungern – schon seit dem 19. Jahrhundert, wo Frauen ihre Taille in sanduhrförmige Korsetts pressten – schicken Eltern in Teilen Afrikas ihre Töchter in sogenannte Fat-Camps damit diese tausende Kalorien am Tag zu sich nehmen, da die dadurch entstehenden Dehnungsstreifen auf der Haut als sehr schön empfunden werden.
ModetrendsIn unserem westlichen Kulturkreis erscheinen heutzutage geschminkte und rasierte Körper als trendy und attraktiv. In Äthiopien jedoch fügt man sich Narben zu, diese werden als besonders ästhetisch ansprechend angesehen, vergleichsweise hierzulande mit Tattoos. In Japan werden die Zähne kosmetisch ungerade gefeilt, was als äußert trendy angesehen wird. Undenkbar in Deutschland und auch in vielen anderen Teilen der Erde, wo es für Menschen ganz normal ist, zum Kieferorthopäden zu gehen, um gerade Zähne bekommen.
Wie man also sieht, sind all diese vermeintlichen Trends ganz schön widersprüchlich. Ich will damit etwas klarstellen, denn oftmals denkt man im Trubel des Alltags gar nicht daran, aber wenn es um Trends geht, dann fehlt es uns meist an Objektivität. Wir Menschen sind verrückt, unsere Vorlieben in Klamotten und all den anderen Dingen ergeben nun mal keinen Sinn. Trendy und beliebt zu sein, bezieht sich auf kompletten Zufall, in ein paar Jahren werden die nachfolgenden Generationen über uns lachen, über unsere Worte, unsere Schuhe bis hin zu unseren Fingernägeln und bemerken dabei nicht, wie sie Gefahr laufen, selbst auf die Schippe genommen zu werden. So ist es nun mal und so wird es auch immer sein, aber man darf nun mal nicht vergessen, dass man sich ab und zu seine direkte und kompromisslose Meinung zu „der Hose, die sie bei ihrem Gewicht jetzt doch nicht ernsthaft trägt,“ verkneifen sollte, um anderen Kriterien wie Charakterstärke Vorrang zu geben.

von Sophia Fois

 

Er ist wieder da.
Der Jutebeutel erobert Einkaufsstraßen, Kleiderschränke und die Modewelt 

Ökologisch, praktisch, gut. Beschriftet, bemalt, von Freunden unterschrieben, mit knalligen Motiven oder schlicht gehalten. Heutzutage gar nicht mehr wegzudenken: der Jutebeutel.Oft gefragt

Das preislich wohl günstigste Accessoire, modisch, aktuell und voll im Trend. Doch nicht erst gestern ist der Jutebeutel in der Trendwelt aufgetaucht, schon seit Jahren geistert die Überzeugung von dieser umweltbewussten Alternative zu den herkömmlichen Plastiktüten durch die Köpfe der Menschen. Doch was macht ihn so besonders?

Es ist ganz einfach: Heutzutage versucht jeder, seinen eigenen Stil auszuleben,
sich durch sein Aussehen zu definieren. In einer Welt, in der Massentextilproduktion üblich ist, ist es gar nicht mehr so einfach, sich individuell zu kleiden. Was tun? Ein Accessoire muss her! Gut kombinierbar, schlicht und knallig zugleich und personalisierbar. Der Jutebeutel scheint das perfekte Gadget zu sein.

Jutebeutel PocahontasAngefangen hat es vor einigen Jahren, als Supermärkte umweltfreundliche Taschen für den Einkauf einführten, die man an der Kasse kaufen kann. Dann kam man auf die Idee, die schlichten Stofftaschen aufzupimpen. Mit Sprüchen, Bildern und allem, was das Herz begehrt. So manch einer trägt heute sein Lebensmotto auf dem Beutel herum, beteuert seine Fanliebe zur Lieblingsband oder tobt sich künstlerisch auf der „Leinwand für unterwegs“ aus.

Jedoch nicht nur für Jugendliche und junge Erwachsene ist dieser Trend interessant, nein, sogar Modedesigner Karl Lagerfeld trägt Jutebeutel. Es scheint ein Trend zu sein, der für alle da ist. Im Gegensatz zu Markenschuhen bzw. –kleidung, Designertaschen oder bunten Haaren ist er für alle erschwinglich beziehungsweise umsetzbar. Für Modedesigner und für Schüler.

Doch man muss sich keinen fertigen Jutebeutel kaufen, um ein Statement mit sich herumzutragen. Ein unbedruckter, naturfarbener Jutebeutel aus dem Supermarkt und ein Stoffstift, den man in jedem Schreibwarenladen kaufen kann, reichen schon aus, um sich in 10 Minuten ein It-Piece selbst zu gestalten. Und praktisch und umweltfreundlich ist er auch noch.

Also, worauf wartest du?

von Margherita Ragucci