Weihnachtsbräuche in fremden Ländern (Teil 1) - Weihnachten in Serbien

In Serbien wird Weihnachten nicht, wie wir es kennen, am 24. Dezember gefeiert, sondern am 6. oder 7. Januar. Der Grund dafür ist ein anderer zugrundeliegender Kalender, der sogenannte „Julianische Kalender“, an dem sich die orthodoxe Kirche in einigen Gebieten orientiert.
Da die Serben die Weihnachtszeit mit vielen Bräuchen verbinden, sind das vor allem für die Kinder die schönsten Tage im ganzen Jahr. Am 6. Januar wird der Tag vor Weihnachten gefeiert, das heißt, die Serben fällen an diesem Tag, noch vor Tagesanbruch, einen „Badnjak“, eine junge Eiche, die das Holz von Jesu Kreuz symbolisiert.
SerbienDer Heilige Abend wird dann mit einer Messe begonnen und endet schließlich mit einem gemeinsamen Abendessen, bei dem jedoch nur Fastenessen angeboten wird, da bereits sechs Wochen vor Heiligabend die Fastenzeit beginnt. An Weihnachten, das in Serbien drei Tage lang gefeiert wird, endet dann die Fastenzeit.
Einer der wohl wichtigsten Bräuche hierbei ist das „Cesnica“, das Weihnachtsbrot. In dieses Brot wird eine Münze eingebacken und der, der das Stück Brot mit der Münze erhält, soll daraufhin ein ganzes Jahr glücklich sein.
Das Hauptziel dieser alten Bräuche sei es – so die orthodoxen Serben – Gottes Gnade und seinen Schutz für die gesamte Familie und alle, die sie liebten, zu erbitten.

von Melina Spiße