Weihnachtsbräuche in fremden Ländern (Teil II): Weihnachten unter den Palmen von Hawaii

Weihnachten - ein magisches Wort, mit dem die meisten Kälte, Kerzenschein, ein knisterndes Kaminfeuer und Spaziergänge im Schnee verbinden. Doch hast du schon mal versucht, Weihnachten aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und zu sehen wie dieses traditionelle Fest 11.997 km weit entfernt auf der immerzu sonnigen Südpazifik-Insel Hawaii gefeiert wird? Im Folgenden erfährst du alles über die hawaiianischen Weihnachtsbräuche, ihre Geschichte und wie die Hawaiianer sich ihre eigene Weihnachtsatmosphäre auf einer Insel, auf der Kälte eine Besonderheit ist, schaffen.
Weihnachten auf HawaiiAngefangen hat alles im Jahr 1820, als das Weihnachtsfest von nordamerikanischen Missionaren auf Hawaii verbreitet wurde. Nachdem Hawaii schließlich 1959 als Bundesstaat Nordamerikas anerkannt wurde, wurde dieser christliche Brauch in der hawaiianischen Kultur verankert und schlug von da an Wurzeln: Wenn man heutzutage dem vorweihnachtlichen Hawaii einen Besuch abstattet, kann man überall weihnachtlich geschmückte Vorgärten ausfindig machen, die große Ähnlichkeit mit unseren aufweisen.
Kitsch as Kisch can
Jedoch sind auch einige Besonderheiten gegenüber den traditionellen Weihnachtsmann- und Rentierfiguren festzustellen, die sich dort mit der Zeit in Bezug auf die örtlichen Gegebenheiten eingebürgert haben: Besonders ins Auge fallen Weihnachtsmänner in Badehosen und von Delfinen gezogene Surfboards statt Schlitten, die von Rentieren gezogen werden. Das Motto? – Wie in den USA üblich: „Kitsch as Kitsch can“ (frei übersetzt: „So viel Kitsch wie nur möglich“). Außerdem ist es dort nicht ungewöhnlich, eine Palme zum Weihnachtsbaum umzufunktionieren, während man sich von Lebkuchen, Glühwein und Co. leider auch verabschieden muss. Nichtsdestoweniger hört man immer wieder allseits bekannte amerikanische Pop-Weihnachtslieder wie „Last Christmas“ und „Let it snow“, vermutlich, um sich in der sommerlichen Hitze den nicht vorhandenen Schnee herbeizuzaubern.
Doch wenn du jetzt denkst, dass man auf Hawaii in der Winterzeit keinen Schnee erleben kann, liegst du falsch, denn die vulkanische Insel ist geographisch sehr vielseitig geprägt: Einerseits kann es an Hawaiis flachen Stellen im Dezember bis zu 27 Grad warm werden, andererseits ist es in den Bergregionen des Mauna Loa und Mauna Kea genau umgekehrt, denn dort kann man in der Weihnachtszeit mit Minusgraden und viel Schnee zum Skifahren rechnen.
Truthahn und Reiskuchen
Weihnachten auf Hawaii2Die eigentlichen Festtage beginnen auf Hawaii in der Hauptstadt Honolulu mit einer großen Lichterparade am 3. Dezember, bei der ein über 15 Meter hoher Tannenbaum aufgestellt und beleuchtet wird. Da das Weihnachtsfest sich, wie bereits erwähnt, ursprünglich von Nordamerika aus nach Hawaii verbreitet hat, laufen die Weihnachtsfeiertage auch genauso ab: An Heiligabend gibt es Truthahn, während die Kinder aber erst noch warten müssen, bis der Weihnachtsmann am nächsten Morgen die Geschenke bringt.
Auch wenn man auf Hawaii keine Lebkuchen und sonstiges uns bekanntes Weihnachtsgebäck finden wird, gibt es die Tradition des Reiskuchens. Dabei kommen am 27. Dezember alle Inselbewohner in dem Dorf Wailea zusammen, um viele solcher „Mochis“ nach einem altbewährten Rezept, das ursprünglich aus Japan stammt, herzustellen.
Wie heißt es so schön: Weihnachten ist keine Saison, es ist ein Gefühl. Auf Hawaii kann man genau dieses Gefühl auch mit Sommerwetter spüren.


von Louisa Wenzel

 


Quellen: http://www.pacific-travel-house.com/blog/2014/12/weihnachten-auf-hawaii/
http://www.lahaina.de/Hawaii_Reisefuehrer/Weihnachten-in-Hawaii/weihnachten-in-hawaii.html