Geschichte lernt man, um die Vergangenheit zu kennen,

die Gegenwart zu verstehen,

die Zukunft zu planen.

Geschichte wird am Gymnasium von der 6.- 12. Jahrgangsstufe unterrichtet und trägt der Tatsache Rechnung, dass die Schülerinnen und Schüler in dieser Zeit von Kindern zu Erwachsenen reifen; d.h. der Unterricht kommt in Methode und Didaktik völlig unterschiedlichen geistigen Bedürfnissen nach.

6. Jahrgangsstufe:
Die Schülerinnen und Schüler legen eine riesige Zeitreise zurück, von den Anfängen menschlicher Existenz bis zum frühen Mittelalter. Sie lernen Hochkulturen kennen, wie Mesopotamien, Ägypten, Griechenland und die Römer; sie werden mit Quellenarbeit vertraut gemacht.

7. Jahrgangsstufe
Die etwas fremde, aber doch faszinierende Welt des Mittelalters wird vor den Schülerinnen und Schülern ausgebreitet, Könige werden sichtbar, Adel und Burgen, sie erfahren von Kreuzzügen, Ketzern und schaurigen Strafen für Missetaten, über die man sich heute nur wundern kann. Sie erkennen, dass die Religion das Leben der Menschen bestimmte und dass dadurch das Diesseits nicht so wichtig war wie das Jenseits. Dies wird besonders augenfällig beim Bau von Kirchen, die für die „Ewigkeit“ errichtet wurden. Auch im Mittelalter gibt es moderne Entwicklungen, wie die Herausbildung einer städtischen Kultur und eines selbstbewussten Bürgertums.

8. Jahrgangsstufe
Die Schülerinnen und Schüler erkennen immer stärker, dass Geschichte, je näher sie dem Betrachter rückt, umso intensiver ihr eigenes Leben prägt: In der Französischen Revolution werden die Menschen- und Bürgerrechte formuliert und in einer Verfassung integriert. Beide Dinge betrachten wir heute als selbstverständlich. Aber auch eine ganz andere Revolution wird behandelt, die industrielle, die nicht weniger das heutige Leben bestimmt, im positiven Sinn, wie im negativen: man denke nur an Luftverschmutzung, Ausbeutung von Bodenschätzen, aber auch an den Wohlstand für eine breite Masse.

9. Jahrgangsstufe
Der Unterricht befasst sich mit der ersten Republik auf deutschen Boden, die nach dem 1. Weltkrieg im Jahre 1919 errichtet wurde. Die kurze Phase dieser Republik mündet in die Zeit des Nationalsozialismus. Die Behandlung dieser Zeit soll die furchtbaren Verbrechen in altersgerechter Art vermitteln und damit auch den Sinn für starke demokratische Strukturen schärfen. Nach der Behandlung des 2. Weltkrieges folgt die Teilung Deutschlands, aber auch eine Teilung der Welt in Ost und West (Kalter Krieg).

10. Jahrgangsstufe
In diesem Schuljahr wird Geschichte nur einstündig pro Woche unterrichtet, so dass auch die Inhalte deutlich reduziert sind gegenüber anderen Schuljahren. Der Schwerpunkt liegt auf der Wiedervereinigung Deutschlands und dem Zerfall der kommunistischen Systeme in Osteuropa. Aber mit dieser Phase beginnt nicht etwa eine friedliche, heile Welt. Neue Konflikte bahnen sich an: ethnische Probleme in Jugoslawien, kriegerische Auseinandersetzungen im Nahen Osten.

11/12. Jahrgangsstufe
Es steht nicht mehr der chronologische Verlauf im Mittelpunkt des Unterrichts, sondern Themen werden exemplarisch behandelt, wobei viel stärker in die Tiefe der Materie eingestiegen wird, mehrere Perspektiven ausgeleuchtet werden und beinahe schon wissenschaftlich gearbeitet wird. Bilder, Karikaturen, Filme, Briefe, Plakate usw. bilden zum großen Teil die Grundlage, um Ergebnisse und Einsichten zu gewinnen. In einem Zyklus von zwei Jahren beginnt man mit Themen der näheren Umgebung (z.B. Aufbau von Industriebetrieben in Bayern), geht dann zu nationalen Themen weiter (Demokratie und Diktatur), wendet sich dann Europa zu (Themen aus Antike, Mittelalter und Neuzeit), um dann in der Weltpolitik zu landen und einen Abschluss zu finden (Außenpolitik der USA, Nahost-Konflikt).

Max Stadler