Nach Beuys gibt es bei allen "ein Kreativpotential  [...]  und es ist Aufgabe der Schule, dieses Potential zu erforschen und zu entwickeln". So ist es auch unser Selbstverständnis, divergentes Denken anzuregen und verschiedene Interessen wie Potentiale der Schülerinnen und Schüler zu entdecken, weiterzuentwickeln und zu differenzieren. Sichtbar werden diese Prozesse durch die vielen unterschiedlichen Werke, die in den einzelnen Stufen gestaltet werden und aus denen wir Ihnen hier auf dieser Seite ein Panorama bieten wollen.

Die im Kunstunterricht praktische gestalten Arbeiten kommen in jeder Jahrgangsstufe, von der fünften bis hin zur zehnten, vorrangig aus vier zentralen Themenbereichen. Der erste dieser vier befasst sich mit den Lebenswelten der Kinder bzw. der Jugendlichen selbst. Hier geht es uns besonders darum, die Schüler an dem Punkt abzuholen, an dem sie selbst gerade stehen und zum Thema können genau die Phänomene gemacht werden, die junge Menschen des jeweiligen Alters gerade besonders interessieren. Diese können ihren Ursprung sowohl in Literatur oder Film als auch in ganz alltäglichen und sozialen Umfeld der Schüler des jeweiligen Alters haben.
Der zweite Themenbereich, auf den wir als Medienreferenzschule ein besonderes Augenmerk legen, ist das breite Feld von Kommunikation und Medien.
Dem Alter der Schüler angemessen, sollen Sie selbst dazu befähigt werden, Nachrichten durch verschiedenen bildnerische Mittel prägnant zu übermitteln aber gleichzeitig auch, mediale Botschaften in ihrer Umgebung kritisch zu betrachten und zu verstehen.
Parallelen dazu weist der dritte Themenbereich auf, in dem es um Architektur und Design geht. Auch hier geht es primär darum, den Kindern die Gelegenheit zu geben, sich praktisch im Gestalten von diesmal vorwiegend plastischen Modellen für Bauten und Alltagsobjekte zu erproben aber natürlich auch, die Formenfindung verschiedener Stilrichtungen und Epochen zu verstehen.
Der letzte Themenbereich schließlich, schöpft seine Aufgabenstellungen aus dem weiten Feld der Kunstgeschichte, mit dem man sich im Unterricht versucht in chronologischer Reihenfolge zu beschäftigen, so dass man in der fünften Klasse mit der Kunst der steinzeitlichen Kulturen und deren Malereien an Höhlenwänden einsteigt, bis man schließlich in der zehnten Klasse bei der Gegenwartskunst angelangt.
Unsere Fachschaft setzt alles daran, diese Bereiche im Laufe der Schulzeit unsere Kinder mit den verschiedensten Materialien und Techniken lebendig werden zu lassen, so dass in jeder Klasse nicht nur grafische und malerische Arbeiten, sondern auch jede Menge dreidimensionale Werke und Werke im medialen Bereich (wie Trickfilme, Fotografien Dokumentationen szenischer Spiele) entstehen.
Die zahlreichen zeichnerischen wie malerischen Werken, werden unter anderem während des Schuljahres im Treppenaufgang des Altbaus und in der Pausenhalle zu sehen sein, die unterschiedlichen plastischen Werke sowohl in den neuen Vitrinen im dritten Stock des Altbaus zu bewundern sind, sowie auch an der Schauseite des Neubaus (Glasfassade).
"Vielleicht ist die Kunst das Gespräch der Welt mit sich selbst - durch das Medium Künstler"(Norbert Kricke, dt. Plastiker) und unser Anliegen ist es, mittels Kunst in Dialog zu treten. Dies wird uns hoffentlich in Zukunft durch noch mehr Präsenz der Schülerarbeiten im Hause (...) gelingen und hoffen, mit den vielfältigen Werken das Schulhaus und die Pausenhalle zu beleben und bereichern.

 

Fachschaftsthema

Im letzten Jahr war es der bunte vielfältige Kosmos der "Insekten", den sich unsere - damals ganz neu zusammengesetzte Fachschaft - ausgewählt hat, um ein verbindendes Element zwischen den drei Lehrkräften und allen unseren Klassen zu finden. Alle  Kollegen differenzierten je nach Jahrgangsstufe die gestalterischen und technischen Schwerpunkte zum Thema und so entstanden durch den Einsatz verschiedener  Materialien eine bunte Vielfalt an Werken zu eben diesem Thema.
Auch in diesem Jahr wird sich die Fachschaft Kunst wieder, alle Jahrgangsstufen übergreifend, einem gemeinsamen Fachschaftsthema annehmen.
Was kann eine schönere Herausforderung sein, als das, was uns unser Umfeld gibt, gleich aufzunehmen und künstlerisch umzusetzen? Aus genau diesem Grund soll dieses Jahr jeder Schüler die Möglichkeit haben, das von der Fachschaft Religion ins Leben gerufen Schuljahresmotto, das diesmal lautet „Wege entstehen indem man sie geht“ auf seine eigen Art mit Leben zu füllen.
In jeder Jahrgangsstufe soll das wieder mit anderen Medien und unter einem eigenen Aspekt geschehen und so darf man sich auch dieses Jahr wieder auf die ganz unterschiedlichen Werke freuen, die möglicherweise am Ende des Schuljahres in eine gemeinsame Klassenübergreifende Ausstellung münden.

 


 

P-Seminar Gattungen

Portrait, Landschaft, Genre, Stillleben, Historienbild

Am Anfang war das weiße Blatt, die Angst es zu versauen und gar nicht erst anfangen um möglichst nichts falsch zu machen. Der nächste Blick galt den Themen. Zuerst machten wir eine kleine Einführung zu den verschiedenen Gattungen, wobei ich Ihnen zum Thema passende Bilder aus ganz unterschiedliche Epochen zeigte. Viele konnten mit dem etwas antiquierten Begriff Historienbild nichts anfangen. Dabei ist mir aufgefallen dass sich das Genre Historienmalerei entscheidend in die Fotografie verlagert hat, durch seine Spontanität und Schnelligkeit ist die Fotografie entscheidend schneller wenn es um das Einfangen von monumentalen Motiven der Historienmalerei geht.
Die nächsten Unterrichtseinheiten wurden dazu benutzt die verschiedenen Techniken kennenzulernen und anschließen versuchten wir uns den verschiedenen Gattungen erst einmal zeichnerisch zu nähern. Jeder meiner Schüler bekam die Aufgabe zu jeder Gattung verschiedene Versuche mit unterschiedlichen Techniken zu versuchen.
Dabei war am Anfang die Findung des Motives schwierig, da sie es nicht gewohnt waren von sich selbst heraus ein Motiv zu wählen. Ich entschied sie einfach mal machen zu lassen und sie teilweise gezielt zu befragen. Mit einer gezielten Auswahl von Künstlern besorgt ging es dann in ein weiteres Level der Motivfindung.
Ich entschied Ihnen die Reihenfolge soll egal sein, wichtig war das sie anfangen ihre Ideen umzusetzen um zu erkennen welche Technik die richtige sei. Dies geschah ziemlich individuell da jeder Schüler eine andere Geschwindigkeit hat und an einem anderen Level seiner Fähigkeiten ist.
Die meisten verschüchtern sich Anfangs in vertrauten Techniken wie Kohle, Bleistiftzeichnung, oder Wassermalfarben und einige trauten sich sogar mit Acrylfarben zu malen.
In dem Moment wo das Mittel der Zeichnung an seiner Grenze angekommen war machte ich eine Einführung in die Technik des Ölmalens und gab somit vielen eine neu Idee von Möglichkeiten.
So hatte jeder Schüler die Angst vor dem weißen Blatt erstmal überwunden, weil jeder neugierig darauf war die neuen Techniken wie, Pigment, Acryl, Öl, Pastell und Siebdruck auszuprobieren. Sie bekamen die Möglichkeit auf Papier, Holz, Leinwand und Karton zu malen. Es hat sie sozusagen eintauchen lassen und die Vielzahl von Möglichkeiten gab ihnen im Rahmen der Gattungen neue Ideen.
So mit hat jeder ausprobiert und versucht und erst mal das große Ziel nicht mehr vor Augen gehabt, sondern sich voll und ganz auf den Prozess konzentriert.
Wenn es einmal mit der Technik nicht so geklappt hat wie sich manche das vorgestellt haben, griff ich gerne was Motiv und Technik betraf helfend ein.
Mit der Zeit entstanden somit immer intensivere Bilder, an denen man ihr eigenes Interesse beobachten und erkennen konnte. Manche Schüler konnte ich beobachten, wie sie 2 Stunden vollkommen konzentriert gearbeitet haben und sich anschließend wunderten wie schnell die Zeit vergangen ist. Mit dieser Intensität und Kraft erarbeiteten sich viele der Schüler wunderbare Bilder, die wir immer wieder in Abständen in der Klasse besprochen haben. Somit hat jeder auch gesehen was die anderen machen, wie man darüber denkt, wo Stärken und Schwächen in den Bildern sind, wie man Lösungen dafür findet und auch dass man Ideen durch diesen Austausch bekommt.
Das Erarbeiten der Genres war die eine Aufgabe, die andere war einen geeigneten Ausstellungsraum zu finden. Zur Auswahl standen die Räume im Kreuztor oder Harderbastei. Meine Schüler organisierten selbständig eine Besichtigung und wir wägten pro und contra ab und entschieden uns nach längerer Überlegung für die Harderbastei.
Es gelang ihnen im engen Terminplan der sehr beliebten Galerie ein Wochenende zu ergattern auf das wir dann ab November 2016 gezielt hingearbeitet haben.
Durch die gute Kommunikation untereinander im Seminar haben sie viele Probleme meistens gleich gelöst. Und als der Termin nähergerückt war und die Ideen zur Ausstellung ausgereifter waren habe ich noch den Vorschlag einer musikalischen Untermalung gemacht, der sich im Nachhinein als sehr schöner und intensiver Moment in der Ausstellung herausgestellt hat. Hierbei möchte ich mich bei unserem Musiklehrer Robert Aicher und seiner Band Stromlos noch einmal explizit für die hervorragende Musik bedanken.
Nachdem wir dann im Februar die Ausstellung schon vor Augen hatten, machten wir zusammen eine Auswahl von Werken und es merkten einige, dass sie vielleicht noch ein paar Mehr Bilder entwickeln wollen. Die Faschingsferien hindurch haben manche sich selbst übertroffen und wunderschöne Bilder entwickelt.
Der letzte große Schritt war die Bilder zu hängen. Normalerweise ist das ein ganz schwieriger Moment indem man noch mal Arbeiten überdenkt und rausschmeißt oder die Kombination der Bilde nicht stimmt. Gerade bei so vielen Leuten ist das normalerweise recht schwierig einen Konsens zu finden. Umso erstaunter war ich als ich sie mit Idee und Tatkraft an diese Arbeit gingen. Als Team fingen sie an zu überlegen wo was hingehängt wird. Um Ihnen das ein wenig zu erleichtern ließ ich Sie die Bilder erst einmal an die legen wo sie schließlich gehängt werden sollen. Das erleichtert das Sehen und hilft das Richtige auszuwählen. Sie arbeiteten intensiv den ganzen Nachmittag und am Abend als alle erschöpft waren könnte man das hervorragende Resultat der ganzen 2 Jahre Arbeit erkennen.
Selbst ich als alter Hase habe was vollkommen Neues gelernt und gemacht, eine Eröffnungsrede. Ich habe schon unzählige Male eine Rede gehalten aber in so einem Kontext ist das doch wieder ganz anders und ich war mit Sicherheit genau so aufgeregt wie meine Schüler vor der Ausstellung.
Die Ausstellung war durch die wunderbaren Arbeiten, den Raum und die Musik zum vollen Erfolg, wie man auch dem Zeitungsartikel entnehmen kann. Durch zahlreiche Gespräche mit Gästen wurde sehr schnell klar wie sehr Ihnen das gefällt. Einige Bilder gefielen den Gästen teilweise so gut dass sie erfolgreich verkauft wurden.
Die Arbeiten leuchteten vor allem durch ihre selbständig erarbeiteten Motive, Ideen und Umsetzungen und am wichtigsten war dass sie lernen für sich selbst Entscheidungen zu fällen, denn Kunst heißt auch sich zu entscheiden.

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Projektseminar Kostüm- und Bühnenbild

Alles Theater? Dieses Projektseminar scheint ausschließlich auf das Theater ausgelegt zu sein. Aber darum geht es in diesem Seminar bei weitem nicht -nur! Es  gilt hier,  die verschiedenen Bereiche in denen Kleidung und Raum eine Rolle spielen, zu erkunden. Dabei bilden die Grenzbereiche der Kunst, die Schmelzpunkte von Theater, Mode, Skulptur und Performance, aber auch Inszenierungen im Raum mit Licht, den Rahmen des projektorientierten Seminars. Die Bühnen der Welt, d.h. die verschiedenen (Spiel-) Formen von Theater und Aufführungen in der Welt bilden die Grundlage für die Seminarteilnehmer, um zu eigenen Versuchen und Umsetzungen zu gelangen.
Mittels kreativer und unterschiedlicher gestalterischer Methoden werden eigene Ansätze entwickelt und weiter verfolgt. Natürlich ist das Ziel nicht nur die Gestaltung und die Umsetzung von Kostümen (etc.), sondern auch das Erlernen professioneller Techniken, wie etwa  das Nähhandwerk. Im Kooperation mit der Kunstundkulturbastei, namentlich durch Frau Claudia Böhnel haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer grundlegende Fertigkeiten im Umgang mit der Nähmaschine und das Handwerk betreffend bereits erlernt, jetzt geht es an das eigentliche eigene Projekt. Um dieses zu finden und auszugestalten, aber auch Inszenierungen und weitere Aspekte zu integrieren und zu verfolgen, führen die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer ein Projekttagebuch/Skizzenbuch.
Hier ist Raum, wesentliches und Nebensächliches darzustellen, Skizzen zu ergänzen und neue zu entwerfen, Ideen und Ansätze nicht nur zu dokumentieren, sondern auch kommentieren, Anregungen wie Bilder und Artikel als Quelle des eigenen Tuns zu sammeln.
Während des Seminars werden unterschiedliche gestalterische Techniken erprobt wie erlernt,  was als Ergebnis jeden Einzelnen am Ende des Seminars steht, ist vor allem ein reicher Schatz an Erfahrungen und Erlebnissen. In kleinen Performances und Aktionen werden auch Spielformen ausprobiert und die Wahrnehmung geschärft. Beobachtung und Selbstreflexion gehören zum prozessorientierten und interessendifferenzierenden Projektseminar. Neben Exkursionen ins TIM nach Augsburg und einer Führung durchs Stadttheater sind auch Ausstellungsbesuche und aktive Teilnahme am Stadtgeschehen (Bespielung von Räumen) geplant.
Abschluss des Seminars soll am Ende eine gemeinsame Ausstellung mit der Präsentation der vielfältigen Arbeiten jedes einzelnen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sein.


Projekt Wandgestaltung für die 8. Klassen


Im Rahmen des Projekttages organisiert durch die SMV wurde an die Fachschaft Kunst der Wunsch herangetragen, den zukünftigen Aufenthaltsraum der 8. Klassen neu zu gestalten. Nach Genehmigung durch die Schulleitung und Sichtung der zu bemalenden Flächen wurden erste Entwürfe am Projekttag gemacht und demokratisch entschieden, was auf die Wand sollte.
Wie im richtigen Leben wurden Leisten abgeklebt und grundiert und anschließend mittels Overheadprojektor das Motiv übertragen und dann Farben gemischt und eifrig gepinselt. Obwohl nicht ganz fertig gemalert, waren alle mit dem Arbeitsergebnis zufrieden und der Einzug zum Schuljahresbeginn konnte beginnen.
Kunst ganz lebenspraktisch und zukunftsweisend, als Wandgestalter und Raumgeber, was will man mehr?

 


 

Additum Kunst

Für das Additum in Kunst gibt es keinen expliziten Lehrplan. Es wird empfohlen, dass in den zu den normalen Kursstunden zusätzlichen Stunden (zwei in der Woche) praktische Themen erarbeitet werden.
Im Konsens mit der Fachschaft Kunst möchte das Additum am Reuchlin- Gymnasium diese Stunden nutzen, um das Erlernen von künstlerischen Techniken und weiteren kreativen Gestaltungsmöglichkeiten zu etablieren,  zusätzlich aber auch, um künstlerische Standpunkte und Themen kennen zu lernen und zu reflektieren. Im Rahmen des Additums sind außerdem Exkursionen in Museen und Ausstellungen  gedacht, um Kunst unmittelbar zu erleben und um sich auch vor Ort zeichnerisch Originalen und Inhalten zu nähern.
Natürlich werden hier auch alle Vorbereitungen, das heißt sowohl praktische Übungen als auch theoretische Grundlagen, für das schriftliche Abitur erarbeitet und gelernt.
Das Additum in Kunst ist für die Kunsterzieher und die interessierten Schüler immer das "Sahnehäubchen" des Kunstalltags, wo intensiv gearbeitet, gestaltet und diskutiert wird, sowie Erfahrungen gesammelt und Techniken erlernt werden, die im "normalen Kursbetrieb" so weitgehend leider nicht möglich sind!
Wer also Lust auf Kunst und Freude am Gestalten hat, der ist auch ohne "spezielle Begabung" genau richtig hier!