Unterwegs mit Odysseus und seinen Gefährten
Auf eine Reise der ganz besonderen Art begaben sich im Februar dieses Jahres 35 Schülerinnen und Schüler der 7. Jahrgangsstufe. In Kleingruppen erlebten sie dabei mit allen Sinnen, was Odysseus mit seinen Gefährten bei seinen Irrfahrten wiederfuhr. Da der listenreiche Odysseus durchaus auch körperlich herausgefordert wurde, durften die Kinder auch ihr sportliches Können unter Beweis stellen. So galt es beispielsweise sich möglichst lange am Bauch einer Ziege oder eines Schafes – in diesem Fall einem Turnbock – festzuklammern, um so unbeschadet die Höhle des einäugigen Riesen Polyphem verlassen zu können oder sich auf einem Balancierparcours unbeschadet den Weg zwischen den Meeresungeheuern Skylla und Charybdis zu bahnen. Vor allem aber wurde an lateinischen Grammatikinhalten interessiert gerätselt, gespielt und geübt. Am Ende des Stationenbetriebs kehrten die Kleingruppen an ihre jeweils ersten Irrfahrtsstationen zurück. Dort entwarfen sie gemeinsam mit zusätzlichem Informations- und Bildmaterial zu diesen Stationen Plakate, welche sie anschließend im Rahmen eines Informationsabends der Fachschaft Altgriechisch den interessierten Eltern vorstellten. Einen inhaltlichen Rahmen bildeten ein kurzer Vortrag und Filmausschnitte zu Beginn und am Ende der erlebten Abenteuer. Diese zeigten die Eroberung Trojas als Ausgangspunkt für die Odyssee und schließlich die Rückkehr Odysseus` in seine Heimat Ithaka.
Die Frage, warum sich junge Leute ausgerechnet mit den Inhalten einer der ältesten Dichtungen der abendländischen Literatur auseinandersetzen sollen, ist abgesehen von der literaturgeschichtlichen Bedeutung dieses Epos schnell beantwortet. Denn wer, wenn nicht gerade junge Menschen, befindet sich so manches Mal „zwischen Skylla und Charybdis“, lässt sich „bezirzen“, macht wie Polyphem und die Gefährten des Odysseus auf der Lotophageninsel erste Erfahrungen mit den verhängnisvollen Nebenwirkungen von Rauschmitteln oder findet auf dem Firmenlogo der trendigen Cafehauskette Starbucks eine „Sirene“ als Sinnbild für die Verführung durch weltliche Reize.

Odyssee

 

Impressionen vom Tag der offenen Tür am 20. März 2015.

Die Fächer Latein und Griechisch präsentierten sich den Kindern und Eltern im Raum E 17. Neben den Unterrichtsmaterialien konnten u. a. auch Rüstungen römischer Gladiatoren bestaunt, der eigene Name mit griechischen Buchstaben geschrieben und römisches Brot gekostet werden. Schließlich gab es auch noch hohen Besuch. Zwei Göttinnen, in der griechischen Welt als Artemis und Aphrodite, in der römischen als Diana und Venus bekannt, und der Gott Bacchus (griechisch Dionysos) mischten sich immer wieder unter die Gäste.

discipuli in aktionemLatein verkleidet