Es hat sich als ergonomisch sinnvoll und gesundheitsschonend herausgestellt, Kinder bereits zu Beginn ihrer intensiveren Beschäftigung mit Computertastaturen (also ab ca. 9 Jahren) mit der richtigen Beherrschung der Tastatur vertraut zu machen. Diese Erkenntnis geht auch auf US-Forschungen zum amerikanischen Grundschulfach „Keyboarding“ zurück.

Das Zehnfingersystem müsste strenggenommen Neunfingersystem heißen, denn die Leertaste wird von den meisten Schreibern jedes Mal mit demselben Daumen angeschlagen laughing!

Das Gegenteil des Zehnfingersystems wird umgangssprachlich-karikierend Adlersuchsystem („Kreisen und Stechen“)  genannt, da die Finger bei ungeübten Schreibern wie ein Adler über der Tastatur kreisen, bis sie die richtige Taste für den "Sturzflug" gefunden haben.

Das Zehnfingersystem wird zum rationellen Maschinenschreiben bzw. Computerschreiben verwendet, also zur Texteingabe mittels Tastatur. Das Schreiben nach dem Zehnfingersystem wird auch als „Blindschreiben“, „Tastschreiben“ oder „10-Finger-Tastschreiben“ bezeichnet.

Dabei ist jedem der zehn Finger eine Position auf der Tastatur zugeordnet und der Blick bleibt beim Schreiben auf der Vorlage (Bildschirm oder Papier). Die Finger finden „blind“ die richtige Taste.

Gegenüber einer unsystematischen Schreibtechnik erlaubt das Zehnfingersystem:

  •  Steigerung der Schreibgeschwindigkeit.
  •  Senkung der Fehlerquote.
  • Eine ergonomisch günstigere Eingabetechnik.
  • Das Ergebnis auf dem Monitor mit zu verfolgen bzw. beim Abschreiben nicht ständig zwischen Textvorlage und Tastatur hin- und herschauen zu müssen.
  • Effizienzsteigerung durch das Erlernen der Tastenkombinationen für die Programmbedienung am Computer, da dann nicht ständig zwischen Maus und Tastatur gewechselt werden muss und die Tastatureingabe weitaus schneller ist als die Bewegung der Maus zu einem präzisen Punkt.

Ivan Staikov