Dachau Tor

Am Donnerstag den 4. April 2019 besuchte die Jahrgangsstufe Neun unserer Schule die KZ-Gedenkstätte in Dachau. Nach einer etwa einstündigen Busfahrt kamen wir an und sollten durch das Tor laufen, auf dem die grausamen Worte „Arbeit macht frei“ stehen. Alle Schüler waren daraufhin anders gestimmt. Einige verdeckten die eigenen Gefühle, indem sie ihre Zeit mit Witzen verbrachten, andere zwangen sich ernst drein zu schauen und wieder andere unterhielten sich mit denen, die Dachau schon kannten.
Jetzt kam aber auch schon die Führerin, die alle Schüler im ersten Moment sichtlich irritierte. Statt, dass sie – wie jeder erwartete – seriös dreinschaute und ernst und bedacht redete, war sie sehr freudig gestimmt, strahlte, lachte und machte Witze.


Bei der Führung erzählte sie – sie ist Geschichtslehrerin einer örtlichen Schule, die die Führungen ehrenamtlich übernimmt - von dem Ziel, das die Nazis mit der Errichtung des KZs verfolgt haben, nämlich politische Feinde aus dem Weg zu schaffen, und wie sich die Methodik der Nazis im Lauf der Zeit veränderte. Sie erklärte das genaue Kennzeichnungssystem und wer alles eingesperrt wurde. Kurz vor Ende des Krieges habe es eine wahre Explosion an Insassen gegeben habe, was zur Folge hatte, dass sich die Bedingungen noch weiter verschlechterten, Nahrung noch knapper wurde und die Todesrate noch weiter stieg. Schließlich wurde uns die etwas außerhalb liegende Vergasungskammer gezeigt. Hier wurde die Führung beendet. Zwar wurde sie mit einem Lächeln beendet, doch fräste sich trotzdem bei der Mehrheit der Schüler nach der Führung das tiefe, klare Gefühl, dass so etwas nie wieder geschehen darf, in ihr Bewusstsein ein.
Nun hatten wir etwas Zeit, Mittag zu essen und andere Teile der Gedenkstätte zu besichtigen. In den anderen Teilen las man unter anderem grausame Geschichten unschuldiger Häftlinge, die nur aufgrund von Religion oder politischer Meinung inhaftiert wurden.
Anschließend trafen sich alle wieder und schauten sich den Film an. Herr Geisenfelder, einer der begleitenden Lehrkräfte warnte vor der Grausamkeit des Filmes und wiederholte, dass er niemanden zwinge, diesen Film zu sehen. Der Film war auf Englisch, da wir aus zeitlichen Gründen leider keine Deutsche Vorstellung sehen konnten. Der Film war, wie Herr Geisenfelder gesagt hatte, nervenzertrümmernd. Dennoch sehr empfehlenswert, da er ohne jede Musik oder andere derartige Romantisierungen einfach nur sachlich das Geschehene wiedergab. In vielen Szenen verstummte der Sprecher und man sah nur diese verkrüppelten Menschen über die Leinwand kriechen. Nach dem Film war man ziemlich erschüttert und war froh sich nun in den Bus zu begeben. Es war ein gelungener und lehrreicher Ausflug, der in Erinnerung holt, was nie vergessen werden darf.
Joshua Schulze-Reimpell