Palatin

218 v. Chr.: Der karthagische Feldherr Hannibal überquert mit seinen Truppen die Alpen und steht zum Angriff bereit vor den Toren Roms.

2019 n. Chr.: Ebenfalls über die Alpen nähern sich zwei Lehrer des Reuchlin-Gymnasiums Ingolstadt mit ihren 26 Schützlingen – doch sie stehen in friedlicher Mission „ante portas“ der ewigen Stadt.

15.09.2019: Angekommen in der Hauptstadt Italiens erleben wir nach einer kleinen Erfrischungspause im Hotel sogleich hautnah, was es heißt, dass Rom seiner Geschichte nach auf sieben Hügeln gegründet wor-den ist: Wir besteigen den Quirinal und genießen vor dem dortigen Palast, der heute als Dienstsitz des Präsidenten der Italienischen Republik fungiert, einen wunderbaren ersten Blick auf den Peters-dom und das abendliche Stadtpanorama.

Weiter führt uns unser gemeinsamer Spaziergang zum Trevi-Brunnen, der mitten im Gewirr kleiner Gässchen plötzlich vor uns auftaucht und mit seiner Größe, zumal in nächtlicher Beleuchtung, schon sehr einnehmend und beeindruckend wirkt – ebenso wie die Spanische Treppe, die danach unsere ersten Eindrücke vom italienischen dolce vita abrundet.

16.09.2019: Auf geht es heute in das antike Rom: Wir besichtigen das Kolosseum, bestaunen das gewaltige Forum Romanum samt Palatin und spazieren nach einem stärkenden Mittagessen über das Kapitol zum Re-lief La Bocca della verita, einem antiken Lügendetektor. Auf unserer fünftägigen Sightseeingtour sind wir selbst unsere eigenen Reiseführer und beleuchten die einzelnen Stationen mit Referaten, die ei-nen guten Einblick in die Antike bieten.

Nach über 10 000 Schritten (Schrittzähler lügen ja schließlich nicht) haben wir uns nun jedoch redlich eine Pause verdient, und so lockt uns die Entspannung auf dem Aventin, einem weiteren Stadthügel, in den Schatten eines herrlichen Orangengartens, wo wir die neuen Impressionen verarbeiten.

17.09.2019: Herzlich willkommen in den Vatikanischen Museen, deren umfassende Kunstsammlung uns eine pro-fessionelle Führung näherbringt. Wir kämpfen uns tapfer durch Hitze und Menschenmassen und es lohnt sich: Wir erleben u.a. die weltberühmte Laokoon-Gruppe, die Sixtinische Kapelle und sogar die Stanzen Raffaels – was für ein lehrreicher Vormittag!

Der Nachmittag gehört nach einer Mittagspause ganz dem Petersdom, den wir mittels Schülerreferat ebenfalls näher kennenlernen. So erfahren wir beispielsweise, dass seine Kuppel von Michelangelo entworfen worden, der Baldachin über dem Petrusgrab jedoch Bernini, einem bedeutenden Architek-ten und Bildhauer des Barocks, zu verdanken ist. Auch kunstgeschichtliche Aspekte bleiben also auf unserer Erkundungstour nicht aus.

Den Tag ausklingen lassen wir mit dem Besuch eines klassischen Konzertes, im Rahmen dessen Ugo Ruocco, ein junger Pianist aus Neapel, vor dem beleuchteten Marcellustheater Variationen von Beethoven, Chopin und Brahms zum Besten gibt.

18.09.2019: Nach dem Frühstück starten wir in den Tag mit einem abwechslungsreichen Spaziergang, der uns zunächst zum Campo de‘ Fiori führt, wo uns eine kleine Pause inmitten des bunten Markttreibens in den modern-römischen Alltag eintauchen lässt. Diesen Eindruck im Gepäck marschieren wir zur Engelsburg, anschließend hinüber zur belebten Piazza Navona samt ihres Vierströmebrunnens und schließlich weiter zum Pantheon, dessen Kuppel, wie uns Schüler erklären, 1700 Jahre lang die größte der Welt war.

Am Nachmittag erwartet uns der Ara Pacis, ein berühmtes Beispiel der Architektur aus augusteischer Zeit, neben dem auch das Mausoleum des ersten Kaiser Roms zu sehen ist. Ein Besuch in der Galleria Borghese rundet zu guter Letzt das offizielle Tagesprogramm ab: Wir begegnen hier einigen Figuren aus der römischen Mythologie, z.B. Apoll und Daphne oder Äneas, der seinen Vater aus dem brennenden Troja rettet. Auch erleben wir den Raub der Persephone dank dem Künstler Bernini und seiner lebensnahen Skulptur nahezu live mit, bevor für einige von uns die Lightshow Viaggio nei Fori auf dem Augustusforum zur Kaiserzeit das alte Rom wieder auferstehen lässt.

19.09.2019: Endlich – wir fahren ans Meer! Doch bevor wir uns in die abkühlenden Fluten werfen, steht noch die Besichtigung Ostia Anticas, der ursprünglichen Hafenstadt Roms, samt Neptunthermen, Amphithe-ater und Forum auf dem Programm.

Nach weiteren zehn Minuten Zugfahrt und einem kleinen Spaziergang ist es dann endlich geschafft: Wir stehen am Tyrrhenischen Meer und genießen einen erholsamen und sonnigen Nachmittag am Strand.

Mit einem selbstorganisierten Picknick auf dem Pincio-Hügel inklusive wunderbarer Aussicht auf die nächtliche Stadtkulisse verabschieden wir uns von Rom: Wir hören Musik, essen Oliven, Brot und andere mitgebrachte Leckereien und schließlich hält es einige von uns nicht mehr auf der Picknick-decke und sie zeigen, dass sich ihr Tanzkurs gelohnt hat, bevor uns am nächsten Tag die Moderne wieder einholt und wir „Arrivederci“ sagen.